1001 Sagen, Fakten und Geschichten aus Düsseldorf

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1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf

1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf

Einleitung – Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs

 

Im Laufe der Jahre und der Generationswechsel gehen viele Geschichten, Legenden und Sagen über Düsseldorf leider verloren. Wir haben verschiedene Geschichten, Kuriositäten und Begebenheiten aufgegriffen und möchten diese an Sie weitergeben, damit auch Sie noch Ihren Kindern und Enkelkindern davon erzählen können. Neben dem Faktor etwas über die Heimatgeschichte und Düsseldorf zu erfahren und zu lernen, gibt es auch in vielen Geschichten etwas zum Schmunzeln.

Lesen Sie  jede Woche eine neue Geschichte über Düsseldorf in diesem Blog.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Wildpark Grafenberg

Der Grafenberger Wildpark befindet sich am Rande des Grafenberger Waldes auf der Rennbahnstraße 60 in Düsseldorf. Täglich ab 9 Uhr begrüß der städtische Wildpark seine Besucher. Die Schließzeiten variieren je nach Monat. Hunde können leider nicht in die Parkanlage aber dafür dürfen die Besucher für die Hirsche, Wildschweine und Muffel gerne Äpfel und Möhren mitbringen und diese frei verfüttern. Für alle anderen Tiere stehen Futterautomaten bereit, an denen die Besucher für 1 Euro entsprechendes Futter kaufen können.

Auf einer Fläche von knapp 40 Hektar leben in großzügigen Gehegen eine Menge einheimischer Tiere wie zum Beispiel das Damwild. Das ist eine mittelgroße Hirschart, die nicht mit den Rehen zu verwechseln ist, die hier nicht zu finden sind. Im Herbst kann man oftmals die Brunftrufe der Hirsche hören. Die Hirsche und Hirschkühe begrüßen die Besucher freundlich am Zaun und warten schon auf die gesunden Leckereien.

In dem großen Areal leben außerdem noch ein paar nicht einheimische Tiere, wie die Waschbären und das Mufflon.

Auf ca. 5 Hektar haben die Wildschweine genügend Platz zum Wühlen und Suhlen. Das Schwarzwild lebt in Familiengruppen, wobei oftmals die Mutter mit ihren Frischlingen oder den schon etwas größeren Überläufern zu sehen ist. Manchmal sind sie jedoch auch mit einem Keiler zu sehen. Das älteste Wildschein ist zur Zeit der Keiler namens Obi, der 1999 geboren wurde. Durchschnittlich können, in Gehen gehaltene Wildschweine rund 15 Jahre werden.

Das Damwild ist gut an seinem gepunkteten Fell zu erkennen. Das Muffelwild ist eine Wildschafart und zieht sich gerne etwas zurück. Sie leben im hinteren Parkbereich. An der kurzen Schnauze sind sie gut zu erkennen. Auch hier wird das Rudel von einem Weibchen geführt. Grundsätzlich haben die weiblichen Tiere auch das Sagen. Kastanien, Blätter, Eicheln, Gras, Kräuter und Rinde gehören zu ihrem vegetarischen Futterplan.

Die nachtaktiven Wildkatzen sind für die Besucher nur sehr selten zu sehen. Die drei Schönheiten bleiben immer in Deckung, sind scheu und meiden den Kontakt zu Menschen. Selbst die Pfleger können keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen und sie schon gar nicht streicheln.

Sollten Sie einen Vogel entdecken, mit schillernden Farben am Kopf, rotem Fleck um die Augen, einem Gefieder in rostbraun und schwarz gestreiften, langen Schwanzfedern, dann ist das ein Fasan. Das Fasanenmännchen ist „der Hahn im Korb“ und muss sich das Gehege mit keinem anderen Männchen nur mit seinen Damen teilen.

Im Waschbärgehege leben Frieda, Bernd und Günter. Geschickt suchen die drei in Löchern und Verstecken mit ihren Pfoten nach Leckerbissen, die von den Pflegern versteckt wurden. Waschbären können den Besucher mit ihren süßen Blicken verzaubern. Aber sie sollten keineswegs, mit mitgebrachten Leckerbissen, von Besuchern gefüttert werden. Sie bekommen von Ihren Pflegern alle, was sie brauchen, um gesund zu sein und manchmal auch noch eine zusätzliche Leckerei obendrauf.

Hazel ist ein Rotfuchs und lebt allein in ihrem großzügigen Gehege. Rotfüchse sind Einzelgänger, daher fühlt sie sich pudelwohl und nicht einsam. Wenn sich die Besucher langsam dem Gehege nähern und leise sind, können Sie Glück haben, Hasel mit ihren weißen Schwanzspitze zu sehen.

Mit sieben weiblichen Mitbewohnerinnen lebt Kratos, das Iltisfrettchen, zusammen. Sie gehören zu der Familie der Marder und sind sehr verspielt. Daher können die Besucher sie beim Balgen und Herumtollen beobachten. Gerne jagen sie sich gegenseitig und spielen miteinander. Gemeinsam schlafen sie in einer Schlafbox, wenn sie vom vielen Spielen müde geworden sind oder legen sich in Ihre Verstecke im Gehege.

Manchmal brauchen die Besucher etwas Geduld, bis sich die Tiere zeigen. Das Areal verfügt über ein großes Wegenetz, so dass die Besucher selbst entscheiden können, welchen Weg sie gehen und wie lang ihr Spaziergang werden soll. Bei großem Besucheraufkommen haben die Tiere die Möglichkeit ihre Ruheplätze im Gehege aufzusuchen und sich zurückzuziehen, damit sie sich sicher fühlen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Aquazoo Löbbecke Museum

Der Apotheker Theodor Löbbecke hatte seine private Sammlung nach seinem Tod 1901 der Stadt Düsseldorf überlassen. Sein Wille war jedoch, dass seine Sammlung in einem Museum ausgestellt wird. Daran hielt sich die Stadt und eröffnete 1904 in der Düsseldorfer Altstadt das Löbbecke Museum. Der Düsseldorfer Zoo, der 1876 durch den Tierschutzverein „Fauna“ gegründet wurde hat 1930 das Löbbecke Museum in den Zoo integriert. Somit entstand aus zwei verschiedenen Einrichtungen eine gemeinsame Einheit.

Das Aquazoo Löbbecke Museum ist eine Kombination aus Aquarium, Naturkundemuseum und Zoo und befindet sich auf der Kaiserwerther Straße 380.

Im November 1944 wurden der Zoo und auch das Museumsgebäude durch viele Bomben des zweiten Weltkrieges in großen Teilen zerstört. Glücklicherweise hatte man vorher schon viele Ausstellungsstücke in Sicherheit gebracht. Nach dem Krieg hatte man die verbleibenden Einrichtungen des Museums und des Zoos zunächst vorübergehend in einen Hochbunker in der Nähe untergebracht.

1987 zog das Löbbecke Museum und Aquazoo in den Nordpark. In den folgenden Jahren hatte die Stadt Erweiterungen geplant. Wegen der wirtschaftlichen Krise blieben jedoch städtische Einnahmen aus, so dass man sich entschloss, die Erweiterung der Einrichtung vorerst zurückzustellen.

2013 wurde das Aquazoo Löbbecke Museum zunächst wegen aufwändiger Sanierungsarbeiten geschlossen. Eine Neueröffnung war für Frühjahr 2015 geplant und wurde dann auf September 2017 verschoben.

Die Wiedereröffnung der Einrichtung fand 2017 statt.

Auf einer Fläche von 6.800 m² befinden sich rund 5000 Tiere und 560 Tierarten. 25 Themenräume und eine Tropenhalle können von den Besuchern besichtigt werden. Eine Sammlung von 900.000 Naturobjekten, Exponaten, Modellen, Korallen, Dermoplastiken, Pflanzen, uvm. liefern dem Besucher weitere naturkundliche Informationen zu den Tieren. In einem Rundgang, der in sechs verschiedene Bereiche unterteilt ist, können die Besucher lebende Tiere im Süßwasser und Meerwasser sehen, Fossilien, Skelette und Modelle betrachten, Tiere in ihrer Lebensweise in Terrarien und Aquarien beobachten und sich an interaktiven Stationen informieren und weiterbilden. Foto- und Videomaterial sowie erläuternde Tafeln unterstützen die Besucher bei ihrem Rundgang.

Verschiedene Zuchtstationen ermöglichen die Wiederansiedelung und Erhaltung verschiedener vom Aussterben bedrohter Tiere.

Auf der Kinderebene unterhalten Schlammspringer in Form von Comicfiguren die kleineren Gäste, wodurch die Ausstellung für sie noch lebendiger gestaltet wird.

Mehr als 500.000 Besucher werden jedes Jahr im Aquazoo Löbbecke Museum erwartet.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Rheinturm

 

In der Planung war der Rheinturm bereits vor dem ersten Weltkrieg. Die Pläne zeigen einen, dem Eifelturm ähnelnden Bauprojekt, welches jedoch 200 Meter höher werden sollte. Die Stahlkonstruktion sollte auf vier Pfeilern stehen. Zwei dieser Pfeiler sollten auf dem Brückenbogen angebracht werden. Da sich das Projekt jedoch nicht realisieren ließ, wurden die Pläne verworfen.

Anfang 1960 wurde dann ein nur 75 Meter hoher Fernmeldeturm in Gerresheim gebaut. Zu Beginn reichte die Kapazität noch aus, doch im Laufe der Jahre reichte die Aufnahmefähigkeit nicht aus.

Bei der Planung eines neuen Turmes musste berücksichtigt werden, dass er dem Fernsprechverkehr dienen sollte. Um eine möglichst kurze Kabelverbindung zu ermöglichen, sollte der Turm nahegelegen der Zentralvermittlungsstelle auf der Graf-Adolf-Straße, errichtet werden. Außerdem wollten die Planer, dass der Turm als Wahrzeichen Düsseldorfs, das Stadtbild prägt. Nahegelegen der Düsseldorfer Innenstadt erfüllte der Standort am Rhein alle Voraussetzungen. Die Pläne sahen neben den technischen Bedingungen und dem passenden Standort außerdem vor, dass sich der Rheinturm äußerlich von allen anderen Türmen abhebt. Der feuchte und instabile Untergrund direkt in der Nähe des Rheins, sowie die Hochwassergefahr mussten außerdem beim Bau berücksichtigt werden.  Auftraggeber war die Deutsche Bundespost.

Somit wurde das höchste Bauwerk Düsseldorfs 1979 bis 1982 direkt am Rhein errichtet. Die Bauarbeiten erfolgten Stück für Stück, indem eine Kletterschalung hergestellt und ca. 2,5 Meter des Turmes betoniert wurden. Nach der Trocknungsphase von einem Tag, wurde die Schalung abgenommen und auf die betonierte Fläche gesetzt, so dass der nächste Abschnitt betoniert werden konnte, bis schlussendlich 218 Meter erreicht waren. Mehr als 7.500 Kubikmeter Beton und 1.100 Betonstahl wurden in das Bauprojekt eingebracht.

Anfang 1981 waren die Stockwerke des Turmes abgeschlossen und die Kanzel wurde verglast. Ein 16 Meter hoher Antennenkörper wurde anschließend mit einem Kran aufgesetzt. Die weltgrößte digitale Uhr befindet sich auf der, zur Altstadt zugewandten Seite. Dieser Lichtzeitpegel wurde Ende 1981 von dem Künstler Horst Baumann angebracht. Durch ein Gewitter im Jahr 2013 erlitt die Uhr einen Schaden, wurde daraufhin aber wieder instandgesetzt. Grundsätzlich sind die verarbeiteten Baumaterialien schwer oder gar nicht entflammbar.

Der Turmfuß hat einen Durchmesser von 27 Metern. Hier befindet sich der Eingangsbereich. Im Innenschaft ist eine runde Weltzeituhr zu sehen. 24 raumhohe Stundentafeln mit eingeschliffenem Erdglobus im Spiegelglas, mit 16 Digitaluhren aus verschiedenen Weltstädten, mit Längen- und Breitengraden sowie Zeitzonen, werden hier dargestellt. In den Kellerräumen befindet sich die Technik, die Dienststelle des Funkübertragungsbetriebes, eine Feuerwehrzentrale sowie ein Teil der Restaurantküche.

Der Turmschaft misst im unteren Bereich einen Durchmesser von 17,4 Metern und verjüngt sich nach oben hin bis auf 8,6 Meter. Im Inneren befinden sich ein Nottreppenhaus mit insgesamt 960 Stufen, 4 Aufzügen und Installationsschächte. 2 Aufzüge dienen als Besucheraufzüge – sie sind auch gleichzeitig Feuerwehraufzüge. Sie fahren mit einer Geschwindigkeit von 4 Metern pro Sekunde auf die Aussichtsplattformen. 1 Betreiberaufzug ist ausschließlich für die Fernmeldeanlagen und 1 Aufzug für die Küche vorgesehen.

Auf den Turmschaft wurde der Turmkelch und der Turmkorb aufgebracht. In einer Höhe von 166,25 Metern befindet sich eine offene Aussichtsplattform für Besucher. Direkt darüber auf 170,0 Metern können die Besucher in einer geschlossenen Aussichtsplattform mit Panoramascheiben ebenfalls den Ausblick genießen oder die Cafeteria besuchen. Um zu den Aussichtsplattformen zu kommen, muss vorher ein Ticket gekauft werden. In der Cafeteria besteht keine Verzehrpflicht. Jeder Besucher wird beim Einlass gezählt, so dass aus Sicherheitsgründen immer gewährleistet ist, wie viele Personen sich im Objekt befinden.

Auf 174,5 Metern befindet sich im Bereich des Turmkorbes ein Drehrestaurant. Durch Elektromotoren wird das, an private Betreiber verpachtete Restaurant, in einer Stunde um 360 Grad gedreht, so dass die Restaurantbesucher einen kompletten Panoramablick genießen können, ohne ihren Platz zu verlassen. Das Restaurant verfügt über 144 Sitzplätze. Die Drehfläche, dreht sich aus technischen Gründen, mal mit dem Uhrzeigersinn und mal dagegen. Seit September 2018 befindet sich hier das japanische Fusion-Restaurant und Bar Qomo. Hier besteht Verzehrpflicht.

Das als Fernsehturm fungierende Objekt dient dem UKW-Funkdienst, ist Träger der Antennen des Richtfunks und des DVBT-Fernsehens.

Im Herbst 2004 erhielt der Rheinturm mit Hilfe eines Lastenhubschraubers eine neue Spitze. Diese wird nachts bläulich angestrahlt.

Betreiber des Turms sind die „Deutsche Funkturm“ (Tochtergesellschaft der Telekom) und die IDR Industrieterrain Düsseldorf-Reisholz, als Tochtergesellschaft der Stadt Düsseldorf.

Wie funktioniert der Lichtzeitpegel mit 39 übereinander angeordneten Lampen auf dem Turmschaft?

Die Skala ist durch die roten Flugsicherungsleuchten in drei Gruppen eingeteilt. Zuerst kommen die Zehner und dann die Einer der jeweiligen Gruppe. Z.B. 17:28:44

Die obersten Lampen der Zeitskala, zeigen die Stunden an. 1-7

Die mittlere Gruppe stellt die Minuten dar. 2-8

Und die unteren Lichter sind für die Sekunden zuständig. 4-4

Der Rheinturm, mit einer Höhe von 240,5 Metern, ist das Wahrzeichen Düsseldorfs. Am 1.3.1982 wurde der, auch als Aussichtsturm dienende Rheinturm, für die Öffentlichkeit freigegeben. Jährlich wird er von mehr als 300.000 Menschen besucht. Bekannt ist das Wahrzeichen auch als Lang Wellem.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Landtag, die Düsseldorfer Altstadt, der Medienhafen und die Rheinkniebrücke.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Unterbacher und der Esel

 

Das Wappentier des Stadtteils Unterbach ist ein Esel.

Am Ortseingang, am Breidenbachplatz, steht ein in Bronze gegossener Esel, der symbolisch gesehen, über den Eselsbach springt.

Sicher möchten Sie wissen, woher die Verbindung zum Esel rührt.

Düsseldorf wurde teilweise aus und auf Sand gebaut, der aus dem Kiestagebau des Unterbacher Sees hervorging. Der Sand wurde früher auf den Rücken von Eseln, entlang des Eselsbachs, über den Sandträgerweg, transportiert. So erhielt auch der Sandträgerweg seinen Namen. Der Sand wurde für neue Bauprojekte benötigt oder zum Scheuern von Dielenböden verwendet.

Wenn man neu nach Unterbach zieht, kann man sich sogar „zum Esel schlagen lassen“. Wer als Esel bezeichnet wird, muss dies keineswegs als Beleidigung auffassen.

Der Karnevalszug, des Karnevalsausschuss Unterbach 1957 e.V., zieht alljährlich am Karnevalssonntag durch die Straßen. Er wird in Unterbach traditionell von einem Esel angeführt. Die Närrinnen und Narren rufen, anders als in Düsseldorf das Helau, hier zu Ort den Eselslaut I-A. Das bunte Treiben hat dadurch einen besonders lustigen Charakter. Dreimal Unterbach I-A!

Der Eselsbach entspringt in Erkrath-Hochdahl, fliest hinter Unterbach nach Eller, durch den Eller Schlosspark und mündet in der südlichen Düssel. Auch eine Straße in Unterbach wurde nach dem Eselsbach benannt.

Aktuell soll der Eselsbach aufgewertet werden. Zwischen der Rothenbergstraße und der Fußgängerbrücke soll ein ca. 1 Km langer Abschnitt verändert werden. Das Bachbett soll unterschiedliche Tiefen und einen geschwungenen Verlauf bekommen. Der neben dem Bach verlaufende Fuß- und Radweg wurde 2021 durch das Hochwasser beschädigt und soll ebenfalls saniert werden. Die Arbeiten sollen im Herbst 2024 beginnen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Südpark

1987 zur Bundesgartenschau in Düsseldorf entstand der Südpark auf einer Fläche von 70 Hektar. Er ist somit der größte und zudem auch meistbesuchte Park in Düsseldorf. Mit der Planung der Bundesgartenschau wurde der, seit 1893 vorhandene Volksgarten erweitert und besteht aus drei unterschiedlich angelegten Bereichen.

Südöstlich der Innenstadt liegt er, inmitten wichtiger Verkehrsstränge und nahegelegen der Autobahn A46, in den Stadtteilen Wersten und Oberbilk. Ziel der Planung sämtlicher Parkanlagen in Düsseldorf war es, der Bevölkerung, der dichtbesiedelten Stadtteile, Erholungsräume zu bieten.

Zum bestehenden Volksgarten, mit einer Fläche von 27 Hektar, erwarb die Stadt das Gelände einer Adelsfamilie und bezog in die Planung, mit Baubeginn 1895, sowohl den Grundwassersee als auch den Stoffeler Friedhof mit ein. Leider lag ein Großteil der Fläche lange Zeit brach. Unansehnliche Flächen, eine ehemalige Kiesgrube, Schrottplätze und verwilderte Gärten hinterließen einen verkommenen Eindruck.

1982 dann endlich entstanden erste Vorstellungen für eine ansprechende Parkanlage, in die man den Kleingartenbereich, den Friedhof, die Grünflächen des Volksgartens sowie die Kiesgrube als Grundwassersee mit einbeziehen konnte.

Aufgrund der Bewerbung an der Bundesgartenschau 1987 wurden die Pläne des Südparks, unter Mitwirkung unterschiedlicher Landschaftsarchitekten, in die Tat umgesetzt. Manche Einrichtungen, die nur für die Bundesgartenschau erstellt wurden, wurden danach wieder entfernt.

2008 hat der Südpark dann, aufgrund der Bewerbung an der Entente Florale Deutschland, erneute Pflegemaßnahmen erfahren und schlussendlich auch eine Auszeichnung erworben.

Die schön angelegten Beete mit vielen Natur- und Zierpflanzen, der Weiher mit seinen freiliegenden Uferflächen, Baumalleen, Büschen, unterschiedliche Themengärten, Duft- und Steingärten und kleine Teichlandschaften vermitteln den Besuchern einen angenehmen Erholungswert.

Der VHS-Biogarten vermittelt den Besuchern, wie man ohne die Chemiekeule einen tollen Garten halten kann.

Der ehemalige Baggersee „vor dem Deich“ wurde um drei weitere, künstlich angelegte Seen erweitert. Die Bisamratte und Nutrias sind hier beheimatet. Auch ein Vogelschutzgebiet wurde hier angelegt. Blumen- und Gräserwiesen schließen sich der Seenplatte an.

Im Südpark sind viele Kunstwerke zu finden. Neben dem wohl bekanntesten Werk „Zeitfeld“ in Form von hohen Uhren am Parkeingang Auf´m Hennekamp, finden Sie noch viele Skulpturen, Brunnen abstrakte Kunst und andere Kunstwerke. Die Riesenbuntstifte finden Sie im neueren Parkteil.

Heute wird der Park zum Spielen auf den Rasenflächen, zum Joggen und Spazierengehen gerne genutzt. In der Parkanlage befindet sich der weltgrößte Seilzirkus, zwei Wasserspielplätze, Spiel- und Liegewiesen, Veranstaltungsflächen, Gartenrestaurants, Grillplätze, Minigolf, Streichelzoo und ein liebevoll restaurierter, alter Bauernhof, der von Groß und Klein als Attraktion genutzt werden kann. Das Höfchen, so wird der ehemalige Bauernhof genannt, bietet neben dem Streichelzoo ein Café mit hauseigender Bäckerei, welches zum Teil von Menschen mit Behinderung geführt wird. Hier spürt man deutlich die Begeisterung der Menschen, und dass sie ihre Arbeit mit Herz und Seele verrichten. Snacks, selbstgemachte Kuchen, saisonale Eintöpfe, Salate und Obst sind im Inneren des Cafés oder auf der Terrasse zu bekommen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Nordpark

Der Nordpark ist einer der meistbesuchten Parkanlagen in Düsseldorf. Wegen seines großen Erholungswerts wissen ihn seine Besucher zu schätzen. Auch wegen der günstigen Lage, in der Nähe des Rheins, wird er gerne zum Spazierengehen ausgewählt.

1937 wurde der Park in nur 1,5 Jahren angelegt. Hier befanden sich einige Ziegeleien, doch der überwiegende Teil des Areals bestand aus Brachland, mit nur mäßiger Bodenqualität.

Zahlreiche Bäume wurden aus anderen Parks und von Friedhöfen in den Nordpark umgepflanzt. Die Gesamtfläche von 26,5 Hektar bietet 22 Hektar Rasenfläche. Eine große Halle für eine Blumenshow befindet sich heute nicht mehr auf dem Gelände. Ein großes rundes Blumenbeet erinnert aber noch an die Zeit. Sechs Skulpturen schmücken den Garten und repräsentieren den Bauern, die Bäuerin, die Winzerin, den Falkner, die Schäferin und den Fischer. Man spricht hier von den „Ständischen“, die unterschiedliche Berufe darstellen. Viele weitere Skulpturen wurden, wegen eines Eklats, entfernt.

Britische Streitkräfte hatten den Park beschlagnahmt und gaben ihn der Stadt in kleinen Teilen nach und nach von 1953 bis 1985 zurück.

Das Gesamtkonzept wurde überdacht, so dass der Park neue Inhalte erwarb. Ein vielseitiges Freizeitangebot, mit Erholungsfaktor im Grünen sowie Spieleinrichtungen für Kinder und Jugendliche bilden eine zeitgemäße Aufwertung.

1987 wurde auf dem Gelände des Nordparks der Aquazoo – Löbbecke Museum erbaut.

Das größte Wasserspiel Düsseldorfs ist ein Springbrunnen mit 160 Düsen, die als Fontäne quer über ein 170 Meter langes Becken sprühen. Dieses Schauspiel schmückt den Eingang des Parks. Neben dem Eingang dient das „Ballhaus“ als Ausstellungshalle für junge Künstler. Der Name entstand, da das Gebäude früher für den Ballsport genutzt wurde. 1937 stellte eine große runde Wiesenfläche, am Eingang an der Stockumer Straße, einen Tanzring dar. Heute erinnert diese Wiesenfläche mit Blumenrandbepflanzung an die frühere Zeit.

Große Bäume säumen die Rasenflächen und trennen die einzelnen Gartenbereiche voneinander. Die Die breiten Wege sind in klare Hauptwege und Nebenwege aufgeteilt, die zu unterschiedlichen Parkteilen und Gärten führen.

Themengärten, wie der Seerosengarten mit einem großen Wasserbecken und der „Japanische Garten am Rhein“, sowie der Rosengarten und Sommerblumengarten mit Pergola als Schattenspender, sind wahre Schönheiten des Parks.  Der „Japanische Garten“ befindet sich auf einer 5.000 m² großen Fläche. Wege um ein kleines Gewässer, mit Bachlauf und einer Insel, bieten dem Betrachter unterschiedliche Blickwinkel auf den Garten. Schwarzkiefern und Fächerahorne begrenzen den Themengarten. Damit der Garten möglichst authentisch einem echten japanischen Garten gleicht, kommen alle 4-6 Jahre japanische Gärten und erledigen den entsprechenden Pflanzenschnitt und die richtige Pflege. Der Kakteengarten wird durch 2 Amphoren geschmückt, die 1952 in der Gartenausstellung im Benrather Schlosspark ausgestellt waren.

Seit 1960 werden zeitgenössische, moderne und abstrakte Skulpturen und Kunstelemente internationaler Bildhauer in den Park integriert.

Die Wege sind in klare Hauptwege und Nebenwege aufgeteilt, die zu unterschiedlichen Parkteilen und Gärten führen.

Für Besucher stehen Bänke und sogar Tische zum Verweilen bereit. Tolles Ausflugsziel!

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Freizeitpark Flehe

Die 4.200 m² große Freizeitanlage befindet sich mitten in der Stadt an der Ulenbergstraße in Flehe, Nähe des Trödelmarktes am Aachener Platz.

Hier haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit ihre Freizeit zu verbringen. Ein Bereich für Kleinkinder und ein Spielplatz für Kinder im Schulalter laden zum Spielen und Toben ein. Unter dem Thema „Besiedelung einer Insel“ ist der Themenspielplatz aufgebaut. Ein Leuchtturm auf der Insel, ein Riff und ein richtiger Sandstrand bieten den Kindern die Möglichkeit sich zu entfalten und kreativ zu spielen. Ein Seilzirkus, eine Matschanlage mit Wasserpumpe, Rutsche, Röhrenrutsche, Schaukeln, Kletterelemente und ein Spielhaus bieten jede Menge Spaß. Bänke stehen für die Erwachsenen bereit, die sich mit einem Buch entspannen oder ihren Kindern beim Spielen zuschauen wollen.

In der Freizeitanlage gibt es aber nicht nur ein Angebot für Kinder, hier können sich auch die Erwachsenen beschäftigen und austoben. Volleyball, Beachvolleyball, Tennis, Fußballtore, Basketball und ein großer Trimmpfad stehen im Outdoorbereich zur Verfügung. Im Aktiv-Treff stehen sechs verschiedene Trainingsgeräte für den Muskelaufbau bereit. Außerdem kann in beheizten Räumen kostenlos an 5 Tischtennisplatten Tischtennis gespielt werden. Für Jugendliche steht ein Skate- und Bikepark zur Verfügung. Auf einer Spritzbetonfläche mit Rampen und Aufbauten können kleine Kunststücke geübt oder ausgeführt werden.

Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie bietet die kostenpflichtige, aber sehr günstige Minigolfanlage.

Parkplätze sowie Toilettenanlagen sind vorhanden.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Areal Böhler

Die Gebrüder Albert und Emil Böhler vertrieben um 1870 in ihrem Wiener Handelshaus, namens Gebrüder BÖHLER & CO, österreichischen Stahl. Nach dem Erwerb einer Produktionsstätte wurde die Produktion erweitert und Stahl von sehr guter Qualität wurde produziert und führte schon bald zu einem weltweiten Erfolg. 1900 wurde der Böhler Rapid entwickelt. Hier handelte es sich um einen Schnellarbeitsstahl. An der Stadtgrenze von Oberkassel und Meerbusch wurden im März 1914 die Böhler-Werke in Düsseldorf gebaut. Der Standort war außerordentlich gut gewählt, da hier innovative Wirtschaftszweige, Forschungseinrichtungen, Industrien und wichtige Verbände zusammentrafen. Bereits im Jahr 1915 konnte schon in Teilen des Werkes die Produktion aufgenommen werden. Nur 4 Jahre später waren in den Böhler Werken bereits mehr als 2.500 Mitarbeiter beschäftigt. Nun wurde auch eine Betriebswirtschaftsstelle gegründet, die Arbeiten und Arbeitsabläufe des Betriebs untersuchten, damit die Mitarbeiter entsprechend ihrer Leistung bezahlt wurden. In den Kriegsjahren wurde die Produktion in eine Rüstungsproduktion umgestellt. Leider blieben auch die Böhler Werke nicht von Bombenangriffen verschont, so dass ein Teil der Produktion nach Österreich verlagert wurde. Nach dem Krieg wurde die Betriebsstätte in Düsseldorf von den Amerikanern besetzt. Im April 1945 konnten schon 300 Mitarbeiter ihre Arbeit wieder aufnehmen. 1947 konnte der Betrieb dann in Gänze wieder produzieren. Ab 1960 folgten die „fetten“ Jahre. Große Investitionen wurden getätigt und die Mitarbeiterzahl stiegt auf 3.700 Werksarbeiter. Durch die Ölkrise 1974 mussten über 4000 Mitarbeiter um ihren Job bangen. Schließlich wurde 1981 zuerst das Walzwerk geschlossen und 1993 dann auch die gesamte Stahlproduktion eingestellt. Ein Erneuerungsprozess fand 1991 statt. Die österreichische Böhler Gruppe und die schwedische Uddeholm Gruppe fügten sich zusammen. Der Gesamtkonzern hielt Aussicht nach effektiveren Standorten für ihre Produktionskapazitäten. Schlussendlich zog das Unternehmen nach Österreich und Schweden. Im Böhler Werk Düsseldorf wurden die Vertriebsaktivitäten ausgebaut. Ein vollautomatisiertes Hochlager konnte 2005 eröffnen. 2008 wurde der Konzern Böhler Uddeholm AG von der Voestalpine AG übernommen. Die Jamestown Areal Böhler GmbH & Co.KG hat 2023 der Voestalpin das Unternehmen für 156 Millionen Euro abgekauft, wobei Voestalpin der größte Mieter bleibt.

Auf 230.00 m² und einer Nutzfläche von 133.000 m² finden Sie heute eine authentische Industriekultur mit Raum für offenes Denken. Im Areal Böhler werden Räumlichkeiten von 15 bis 21.500 m² angemietet. In denkmalgeschützten Bestandsimmobilien und Immobilien aus den Jahren 1915 bis aus den 1970er Jahren finden Sie Cafés, Restaurants, Bars und weitere Gastronomie. Hier kann der Besucher, in einem modernen Industriedesign und einzigartiger Atmosphäre, mit historischer Architektur und geschmackvollem Ambiente feiern, genießen und Freunde treffen.

Zahlreiche Kleingewerbe sowie Künstler und Architekten haben sich in dem Böhler Areal eingerichtet.

Individuell erschließbare Hallen stehen für Produktion, Logistik und Lager bereit. Die größte Eventlokation, mit 8.500 m² Eventfläche in der Altenschmiedehalle, bietet ausreichend Platz für Messen, Ausstellungen und Abendveranstaltungen. Der beliebte Messeort erwartet jährlich über 200.000 Besucher. Hier finden Automessen, Schuh- und Modemessen, Hochzeitsmessen, Kunstausstellungen und vieles mehr statt.

Grünanlagen, Wasserspiele und sogar ein Marktplatz laden zum Verweilen ein. Wandbilder erinnern an die Geschichte des ehemaligen Stahlunternehmens. Die alten Backsteinhallen und Schornsteine verleihen dem Gelände einen besonderen Charme.

Gerade erst im Mai 2023 hat eine der weltgrößten Indoor-Surf-Hallen eröffnet. Auf 6.000 m² finden Sie eine 9 Meter breite Surfwelle sowie Bars und Lounges, 6 Beachvolleyball-Indoorplätze, Yogaangebote und einen Tagungszentrum sowie Konferenzräume. Ein schön gestalteter Außenbereich mit 2.500 m² Fläche lädt die Besucher ebenfalls zum Verweilen ein.

Sogar ein kulinarischer Weihnachtsmarkt mit abwechslungsreichem Programm hat in 2023 stattgefunden.

Auch für 2024 gibt es bereits ein feststehendes Programm. Von Schuhmessen, Hochzeitsmessen, Modemessen, Medien- und Technikmessen, Logistikmesse, Baumesse, Fahrradmesse über Karrieretage, Veggi-World und vielem mehr, ist alles zu finden. Selbstverständlich hält jedes einzelne Event besondere Highlights bereit.

Den Besuchern stehen 1.500 Parkplätze zur Verfügung. Die Böhler Werke genießen jedoch auch eine sehr gute Verkehrsanbindung.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Kö-Bogen & Co.

Der Kö-Bogen an der Königsallee 2 ist nach dem Verlauf der Hofgartenstraße benannt. Die Hofgartenstraße verlief einst in einem Viertelkreis-Bogen am Rande des Hofgartens in Richtung Königsallee. Der Kö-Bogen wurde wegen der umfangreichen Baumaßnahmen 2005 in einzelne Bauabschnitte geteilt. Zunächst hatte man den Straßenbahnknotenpunkt am Jan-Wellem-Platz, nach Fertigstellung der Werhahn-Linie, aufgelöst. Hier entstand ein Gebäudekomplex, in dem Büros, Einzelhandel und Gastronomie untergebracht sind. Der Verkehr über die Hofgartenstraße wurde durch einen Tunnel umgeleitet. Im zweiten Bauabschnitt wurde 2013 der Tausendfüßler (Hochstraße) abgerissen. Auch hier wird der Verkehr vierspurig in beide Richtungen durch eine Tunnelanlage geführt. Südlich des Schauspielhauses bis zur Schadowstraße wurde die städtebauliche Struktur teilweise durch Neubauten ersetzt. Hier entstand ein Ensemble aus Gebäudekomplexen ebenfalls mit Gastronomie, Büros und Geschäften. Entlang des ehemaligen Tausendfüßlers, dessen Fläche den Kö-Bogen und Kö-Bogen II trennt, ist eine Fußgängerpromenade mit Platanen und Trompetenbäumen angedacht.

Nachdem die Arbeiten am U-Bahntunnel abgeschlossen waren und die Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie erfolgte, wurde über die Bebauung südlich des Dreischeibenhauses debattiert. Über einige Vorschläge und Entwürfe wurde nachgedacht und diskutiert. Geplante Entscheidungen mussten wegen offener Punkte jedoch des Öfteren verschoben werden. So ging es z.B. um den Denkmalschutz, Umsetzung von Begrünungen und fehlender Verträge.

Der geplante Baubeginn des Kö-Bogen II Anfang 2016 zog sich hinaus bis zum 01.06.2017. Im Mai 2019 fand die Grundsteinlegung und ein Richtfest statt.

Der Teich und die Parkanlage des Hofgartens, auch Landskrone genannt, wurde verlängert und endet in Sichtachse zum Kö-Graben. Die Hofgartenterrassen am Libeskindbau wurden mit Kirschbäumen bepflanzt.  Die Landskrone, der Schadowplatz und der Kö-Bogen werden durch eine neue Brücke miteinander verbunden. Ein aus Glas, Holz und Stahl konstruierter dreieckiger Pavillon befindet sich auf dem Martin-Luther-Platz. Er besteht aus zwei Terrassen mit jeweils 350 Quadratmetern und dient der Gastronomie. Die Dachfläche ist mit einem Sonnensegel versehen und im 400 Quadratmeter großem Erdgeschoss befinden sich Restaurants. Abends ist der Pavillon besonders sehenswert, da das Licht durch den löchrigen Stahl scheint.

Durch die bauliche Veränderung hat die Kundenfrequenz auf der Schadowstraße, am Schadowplatz und auf der Königsallee deutlich zugenommen.

Der neu eingefasste Gustaf-Gründgens-Platz, auf dem sich das Schauspielhaus befindet, lädt zu Open-Air-Veranstaltungen ein.

Die Innenstadt hat sich seit den Baumaßnahmen sehr verändert und ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Das Schauspielhaus

Das Düsseldorfer Schauspielhaus, auch D´haus genannt, manche kennen es auch als Klosettrolle, ist ein Theatergebäude für Ensembletheater und befindet sich am Gustaf-Gründgens-Platz 1, nahegelegen des Kö-Bogen II. Das einzige Staatstheater NRW´S wurde in den Jahren 1965-1969 errichtet und fällt durch seine besondere Form und den weißen Anstrich sofort ins Auge. Die Kosten des Neubaus waren von anfänglichen 25 Millionen DM auf 41 Millionen DM gewachsen. Darüber waren die Bürger Düsseldorfs sehr verärgert, da der Bau von der Stadt Düsseldorf finanziert werden musste. Außerdem konnten nur geladene Gäste die Vorstellung besuchen. Das führte zu einer Demonstration und die Bürger forderten die Beseitigung des Schauspielhauses. Die Bühne öffnete 1970 ihre Pforten.

Seit 2008 nutzt das Schauspielhaus weitere Räumlichkeiten der ehemaligen Post an der Worringer Straße. Hier befinden sich zwei Probebühnen, ein Kulissenlager, Schreinerei und Schlosserei, Deko-Werkstatt und Malersaal, der Kostümfundus und die Technikräume.

Zwei weitere Spielbühnen befinden sich auf der Münster Straße im „Jungen Schauspielhaus“.

Von 2016 bis 2019 musste das Schauspielhaus wegen umfangreichen Renovierungsarbeiten geschlossen werden. Im 2. Quartal 2020 waren die Arbeiten an der Fassade und alle Restarbeiten abgeschlossen, so dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Anschließend wurde die Sanierung des Daches vorgenommen, das alte Kassenhäuschen abgerissen und die dunklen Scheiben wurden gegen klare Glasscheiben ausgetauscht. Nachdem auch die Dachsanierung abgeschlossen war, wurden ca. 2.750 Quadratmeter Dachfläche begrünt. Unter Berücksichtigung der Statik wurden Dränmatten zur Ableitung des Wassers ausgelegt, danach folgte eine Substratschicht, die dafür sorgt, dass die Pflanzen einen guten Nährboden haben und gut angehen. Darauf wurden Vegetationsmatten aus Moos und Sedum gelegt. Ziel der Dachbegrünung war die Verbesserung des Stadtklimas. Außerdem wertet das Dach die Immobilie optisch zusätzlich auf.

Im Inneren des Schauspielhauses findet man eine fantastische Akustik der Spielstätte und eine hervorragende technische Ausstattung. Viele Schauspieler sind größtenteils dauerhaft beschäftigt und Teil des Ensembles. Sie spielen parallel über einen langen Zeitraum mehrere verschiedene Stücke. Aber auf eine einige Gastdarstellern kann das Schauspielhaus nicht verzichten. Neben den Schauspielern und Regisseuren arbeiten im Schauspielhaus selbstverständlich auch Musiker und Komponisten, Bühnen- und Maskenbildner, administrative Mitarbeiter und viele weitere Mitarbeiter hinter den Kulissen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Neuer Wohnraum Münchner Straße

Der Wohnraum in den Großstädten ist knapp, auch in Düsseldorf!

Schon Anfang 2022 hat die Stadt die Überlegung angestellt, nordwestlich der Anschlussstelle Universität, über der vielbefahrenen Münchner Straße auf einer Plattform ein neues Wohnquartier entstehen zu lassen.

Eine unglaubliche Idee auf der Schnellstraße, die als Pendlerstrecke zwischen Benrath und Bilk bekannt ist, neuen Wohnraum zu schaffen. Hier könnten auf 28.000 m² Fläche 8 Wohngebäude mit 300 Wohneinheiten entstehen. Zusätzlich wird über ein Parkhaus und gemeinschaftlich nutzbare Flächen nachgedacht.

Der Projektentwickler Frank Schmid rechnet mit Baukosten in Höhe von 150 Millionen Euro.

Politische Gremien und die Bürger sollen überlegen, inwieweit die Überbauung von Nutzflächen hier gewollt und umsetzbar ist. Hierzu wird es beizeiten eine Informationsveranstaltung geben.

Das Thema Überbauung ist eine Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne die Städte weiter zuzubauen. Nach Bürgerumfragen konnten diese sich das nicht vorstellen. Sei es doch an der Münchner Straße viel zu laut und die Infrastruktur wäre auch nicht optimal. Aber kann man da nicht Abhilfe schaffen?

Eins ist sicher, die Landeshauptstadt benötigt dringend mehr Wohnungen und würde durch dieses innovative Wohnbauprojekt sicherlich aufgewertet werden. Sollte das Pilotprojekt in Düsseldorf umgesetzt werden, wird es für andere Städte vorbildgebend sein.

1001 Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Das Schumannhaus

In der Bilker Straße 15 befindet sich das Schumannhaus, in dem das Musiker-Ehepaar Clara und Robert Schumann gemeinsam gewohnt haben.

Dieses Gebäude ist das einzige in ganz Deutschland, welches in seiner historischen Bausubstanz erhalten blieb. In der Zeit von 2003 bis 2018 befand sich in den Räumen des Hauses die Schumann-Gedenkstätte und wurde danach wegen Umbau geschlossen. Der Umbau wurde auf 3,2 Millionen Euro geschätzt. Der geplante Einzug des Schumann-Museum war im Jahr 2021 angedacht. Dieser Termin konnte jedoch wegen schwieriger Bauarbeiten nicht eingehalten werden. Und auch die Kosten erhöhten sich auf voraussichtlich 5,2 Millionen Euro.

Nun endlich ist es so weit. Am 1. Dezember 2023 eröffnete die neue Ausstellungsfläche des sanierten und erhaltenen unter Denkmalschutz stehenden Wohnhauses der Familie Schumann. Die Bilker Straße wird das zentrale Quartier der Kultur, mit dem Schumannhaus, beleben. Auch das Heinrich-Heine-Institut und der Kammermusiksaal Palais Wittgenstein befinden sich auf der Bilker Straße.

Was hält die Ausstellung des Schumannhauses für Musikinteressierte bereit?

In 8 Räumen werden Werke des 19. Jahrhunderts von Clara und Robert Schumann ausgestellt. Über 1000 hochkarätige Musikaliensammlungen und geschätzte, wenig veröffentlichte Objekte erwarten Sie. Die kulturell wertvollsten Schätze befinden sich in der „Schatzkammer“ des Hauses. Sonstige Angebote und Ausstellungen sind selbstverständlich auch zu erkunden.

Wer waren Clara und Robert Schumann?

Auch wenn den meisten Menschen Mozart, Beethoven, Bach, Wagner und Brahms eher ein Begriff ist, ist Robert Schumann der zweit berühmteste Musiker und Komponist der Welt. Robert wurde 1810 in Zwickau geboren. Sein Leben war sehr kurz – nachdem er 1854 in eine private Heil- und Pflegeanstalt bei Bonn kam, verstarb er bereits 1856, mit gerade mal 46 Jahren. Schumann hatte sieben Kinder. Der der jüngste Sohn von Clara und Robert Schumann wurde 1954 geboren.

Clara bekam die Musik schon in die Wiege gelegt und war als Wunderkind bekannt. Ihr Vater liebte ebenfalls die Musik und gründete eine Klavierfabrik und auch Claras Mutter entdeckte die Leidenschaft zur Musik und war als Sängerin, Klavierlehrerin und Pianistin tätig.

Nachdem Robert Schumann in einer Heilanstalt untergebracht war, zog Clara 1855 mit ihren Kindern aus der Bilker Straße 15 aus und verlegte ihren Wohnort in die Poststraße. Am 20.05.1896, im Alter von 77 Jahren, starb auch Clara Schumann. In einem Ehrengrab auf dem Alten Friedhof in Bonn ist das Ehepaar beigesetzt.

1001 Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Neue Zollhof im Medienhafen Düsseldorf

Das Gelände des ehemaligen Zollhofes am Düsseldorfer Hafen wurde um 1990 neu entworfen. Die Entwürfe von Frank Gehry und Partnern fanden Anklang und wurden zwischen 1996 und 1998 umgesetzt. Die aufeinander abgestimmten, kunstvollen Bauten mit besonderer Architektur, auch bekannt als Gehry Bauten, wurden für 120 Millionen DM errichtet.

Was ist das Besondere an diesem Ensemble?

Eindeutig die Form der Häuser und die verschiedenen und besonderen Oberflächen. Die gekrümmten Fassaden mit gewellter Oberfläche lassen einen besonderen Eindruck entstehen und sind ein absoluter Hingucker und Anziehungspunkt für Besucher. Gesimse oder Sockel sind an den Häusern, der drei nebeneinanderstehenden Baukörpern nicht zu sehen, gleich so, als würden sie aus dem Boden herauswachsen. Die kippenden Wände erwecken den Eindruck, als würden die schiefen Türme umkippen.

Zwischen den Bauten sorgen Zugänge dafür, dass Anwohner der angrenzende Wohnquartiere fußläufig zum Hafen gelangen können.

Die Gebäude am Düsseldorfer Medienhafen, mit innovativem Design, beherbergen sowohl Büros, Unternehmen der Medienbranche, Kommunikation und Mode als auch Gastronomie, Kunst, Kultur und Wohnquartiere. Das Innere der Gebäude ist multifunktional, sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich gestaltet.

Der ehemalige Industrie- und Handelshafen mit Lagerhallen und Silos wurde erfolgreich als Medienhafen umstrukturiert und ist aus der Skyline Düsseldorfs und als Sehenswürdigkeit nicht mehr wegzudenken. Die alten, unter Denkmalschutz stehenden Treppenanlagen, Kaimauern, Ladestationen sowie Gleisanlagen, verleihen dem Hafen in Kombination mit den neu errichteten Bauten einen besonderen Charm.

Die Gastronomie bietet den Besuchern ein großes Angebot rund um die Kaistraße. Hier werden Ihnen Lokalitäten und Bistros sowohl für den schnellen Mittagstisch als auch zahlreiche Restaurants für ein gemütliches Abendessen mit Blick auf den Hafen angeboten. Auch das Nachtleben kommt hier nicht zu kurz. Wer feiern möchte findet im Medienhafen ein großes Angebot an Clubs, Diskotheken und Szenebars. Wenn Sie gemütlich ausgehen wollen, bieten sich Cocktailbars in netter Atmosphäre an.

Der Medienhafen ist einen Ausflug wert. In den Sommermonaten von April bis Oktober können Sie eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung des Neuen Zollhofes buchen. Sicherlich werden Sie das ein oder andere Foto der historischen Fassaden, der zeitgenössischen Kunst und der modernen Architektur als Erinnerung festhalten. Die Erkundung des Medienhafens können Sie prima mit einem Bummel am Rheinufer und einer Shoppingtour in der nahegelegenen Düsseldorfer Altstadt kombinieren.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Hans im Glück

Hans im Glück ist ein Märchen der Gebrüder Grimm. Eine Figur von Hans im Glück befindet sich im Hasseler Wald, Zugang über die Neuenkampstraße, gleich hinter der Brücke.

Lesen Sie nun die Geschichte von Hans im Glück.

Hans hatte seinem Herrn sieben Jahre treu gedient und seine Arbeit gut verrichtet. Nach den sieben Jahren bat er seinen Herrn ihm seinen Lohn zu geben, weil er nach Hause zurück zu seiner Mutter wollte. Der Herr sagte: „Du hast mir immer treu und ehrlich gedient – wie dein Dienst war, so soll auch dein Lohn sein“. Er hab Hans einen großen Klumpen Gold. Dieser war so groß wie sein Kopf und so schwer, dass er ihn auf der Schulter tragen musste. In ein Tuch eingewickelte trug er das Gold und machte sich auf den Heimweg. Unterwegs begegnete er einem Reiter. Dieser trabte fröhlich auf seinem Pferd vorbei. Hans sprach ihn an und sagte: „Ach, was ist das Reiten ein schönes Ding, sitzt einer wie auf einem Stuhl, stößt sich an keinem Stein, spart die Schuh und kommt fort, er weiß nicht wie.“ Der Reiter hielt an und fragte den Gesellen: „ Ei, Hans warum läufst du auch zu Fuß?“ Hans antwortete: „ich muss ja wohl, da habe ich einen schweren Klumpen heimzutragen. Es ist zwar Gold, aber ich kann den Kopf dabei nicht gerad halten, auch drückt mir´s auf die Schulter.“ Der Reiter bot an, mit ihm zu tauschen. Pferd gegen Gold. Hans willigte ein und antwortete „Aber ich sage Euch, Ihr müsst euch damit schleppen!“ Der Reiter stieg von seinem Pferd, nahm das Gold an sich und half Hans auf´s Pferd. Mit dem Rat des Reiters, die Zügel in die Hand zu nehmen, mit der Zunge zu schnalzen und hopp hopp zu rufen, ritt Hans seelenfroh davon. Nach einer Weile fiel ihm ein, dass der Reiter gesagt hatte, er solle mit der Zunge schnalzen und hopp hopp rufen, damit das Pferd sich schneller fortbewegt. Im Trab ritt Hans in Eile durch die Äcker. Doch plötzlich lag er im Graben und das Pferd rannte davon. Ein Bauer, der mit seiner Kuh in der Nähe war, konnte das Pferd gerade noch aufhalten. Hans schüttelte sich und richtete sich wieder auf. Er sprach zu dem Bauern: Es ist ein schlechter Spaß, das Reiten. Zumal, wenn man auf so eine Mähre gerät, wie diese, die einen herabwirft, dass man sich beinahe den Hals bricht. Ich setze mich nie wieder auf. Da lob ich mir doch Eure Kuh, der kann man gemächlich hinterhergehen, und hat obendrein noch die Milch und Butter und Käse, jeden Tag gewiss. Was gäbe ich drum, wenn ich so eine Kuh hätte!“ Der Bauer antwortete ihm: „Wenn Euch so ein Großer Gefallen geschieht, so will ich meine Kuh gegen Euer Pferd tauschen.“  Hans willigte freudig ein und der Bauer ritt eilig davon. Hans war glücklich über seinen Handel und trieb die Kuh vor sich hin. „Hab ich nur ein Stück Brot und daran wird´s mir wohl nicht fehlen, so kann ich, so oft´s mir beliebe, Butter und Käse dazu essen; hab ich Durst, so melke ich die meine Kuh und trinke Milch. Herz, was verlangst du mehr?“ An einem Wirtshaus angelangt, machte er halt. Mit großer Freude aß er alles auf, was er bei sich trug. Ein halbes Glas Bier bestellte er mit seinen letzten paar Hellern und machte sich dann weiter auf den Weg. Umso näher der Mittag kam, desto größer wurde die Hitze. Seine Zunge klebte am Gaumen, so groß war sein Durst. „Dem Ding ist zu helfen,“ dachte er. „Jetzt will ich meine Kuh melken und mich an der Milch laben.“ Er band die Kuh mit einem Strick an einen dürren Baum. Statt eines Eimers, den er nicht hatte, legte er seine Ledermütze unter den Euter. Aber wie er sich auch anstrengte und bemühte, die Kuh gab keinen Tropfen Milch. Da sich Hans sehr ungeschickt angestellt hatte, versetzte die Kuh ihm einen Tritt gegen den Kopf. Er taumelte und wusste nicht so recht, wo er überhaupt war. Zum Glück kam gerade ein Metzger, mit einem jungen Schwein auf seiner Schubkarre, des Weges vorbei. „Was sind das für Streiche“, rief der Metzger. Hans ließ sich aufhelfen und erzählte dem Metzer wie es ihm widerfahren war. Der Metzger reichte ihm seine Flasche, aus der Hans einen Schluck trank.  Er sprach: “Die Kuh will wohl keine Milch geben, das ist ein altes Tier, das höchstens noch zum Ziehen taugt oder zum Schlachten.“ Hans strich sich mit der Hand über den Kopf und antwortete: „Wer hätte das gedacht“. Aber ich mache mit aus Kuhfleisch nicht viel, es ist mir nicht saftig genug. Ja, wenn ich so ein junges Schwein hätte! Das schmeckt anders, dabei noch die Würste.“ Der Metzger sprach: Hans, hört! Euch zuliebe will ich mit euch tauschen und euch das Schwein für die Kuh lassen.“ „Gott lohn Euch Eure Freundschaft“, sprach Hans. Hans nahm das Schwein vom Karren und machte sich mit dem Schwein am Strick weiter auf den Weg. Er überdachte sein Tun und war überglücklich, wie ihm doch alles nach Wunsch ginge. War auch mal etwas nicht ganz so wie gedacht, wurde es gleich wieder gutgemacht. Kurz drauf gesellte sich ein Bursche zu ihm. Dieser trug eine Gans unter dem Arm. Hans erzählte von seinem Glück und wie er immer so vorteilhaft getauscht hätte. Der Bursche erzählte ihm, dass er die Gans zu einem Kind-Taufschmaus brächte.  Er packte die Gans an den Flügeln und drückte sie Hans auf den Arm, der testen sollte, wie schwer sie ist. 8 Wochen sei sie gemästet worden und wer in den Braten beiße, der müsse sich das Fett von den Seiten wischen, erzählte er. „Ja“, sprach Hans, die hat ihr Gewicht, aber mein Schwein ist auch keine Sau.“ Der Bursche schaute sich zu allen Seiten um und sprach zu Hans: „Mit dem Schwein mag´s nicht ganz richtig sein. Im Dorfe, durch das ich gekommen bin, ist eben dem Schulze eins aus dem Stall gestohlen worden. Ich fürchte, ich fürchte, Ihr hat´s da in der Hand. Sie haben Leute ausgeschickt, und es wäre ein schlimmer Handel, wenn Sie euch damit erwischten. Das Geringste ist, dass Ihr ins finstere Loch gesteckt werdet.“ Dem armen Hans wurd es ganz angst und bange. „Ach Gott“, sprach er. „Helft mit aus der Not, Ihr kennt euch besser aus. Lasst mir die Gans da und nehmt das Schwein.“ Der Bursche meinte daraufhin: „ich muss schon etwas auf´s Spiel setzen, aber ich will doch nicht Schuld sein, dass Ihr ins Unglück lauft.“ Er nahm das Seil und trieb das Schwein auf einen Seitenweg fort. Hans war froh von seinen Sorgen entledigt zu sein und machte sich, mit der Gans unterm Arm weiter auf seinen Weg zu seiner Mutter. „Wenn ich´s mir recht überlegte“, sprach er mit sich selbst, „habe ich noch Vorteil bei dem Tausch. Erstens den guten Braten, dann noch die Menge Fett, die herausträufeln wird, das gibt Gänsefettbrot auf ein Vierteljahr und auch noch die schönen weißen Federn, die lass ich mir in mein Kopfkissen stopfen, und darauf will ich wohl ungewiegt einschlafen. Was wird meine Mutter eine Freude haben!“ Als er durch das letzte Dorf gekommen war begegnete er einem singenden Scherenschleifer mit seinem Karren. Hans blieb stehen und sprach den Scherenschleifer an. „Euch geht´s wohl so gut, weil Ihr so lustig bei eurem Schleifen seid.“ Der Scherenschleifer antwortete: Ja, das Handwerk hat goldenen Boden. Ein rechter Schleifer ist ein Mann, der, sooft er in die Tasche greift, auch Geld darin findet. Aber wo habt ihr die schöne Gans gekauft?“, fragte er.  Hans erklärte: “Die hab ich nicht gekauft, die hab ich für mein Schwein eingetauscht. Das Schwein hab ich für eine Kuh bekommen. Und die Kuh hab ich für ein Pferd gekriegt. Der Scherenschleifer stutze und fragte: „Und wo hast du das Pferd her bekommen?“ „Für das Pferd hab ich einen Klumpen Gold gegeben, so groß wie mein Kopf“, antwortete Hans.  „Und das Gold?“, fragte der Schleifer. „Ei, das war mein Lohn für sieben Jahre Dienst“, antwortete Hans.

„Ihr habt euch zu jeder Zeit zu helfen gewusst“, sprach der Scherenschleifer. „Jetzt könnt Ihr es dahin bringen, dass Ihr das Geld in der Tasche springen hört“. „Wie soll ich das machen“, fragte Hans. „Ihr müsst ein Schleifer werden, wie ich. Ihr braucht dazu nur einen Wetzstein, das andere findet sich schon von selbst. Da hätt ich einen, der ist zwar ein wenig schadhaft, aber dafür sollt Ihr mir auch nichts weiter geben, als Eure Gans! Wollte Ihr das“, fragte der Schleifer. „Selbstverständlich“ antworte Hans, „wie könnt Ihr da noch fragen! Ich werde ja zum glücklichsten Menschen auf Erden; habe ich Geld, sooft ich in die Tasche greife, was brauche ich da länger zu sorgen?“ Hans reichte ihm die Gans und nahm den Wetzstein an sich. Der Schleifer bückte sich und nahm einen gewöhnlichen schweren Feldstein auf. „Da, habt Ihr noch einen tüchtigen Stein dazu, auf dem sich´s gut schlagen lässt und Ihr Eure Nägel gerade klopfen könnt. Nehmt ihn und hebt ihn ordentlich auf.“ Hans nahm den Stein entgegen und zog mit vergnügtem Herzen weiter. Seine Augen funkelten und er schrie heraus: „Ich muss in einer Glückshaut geboren sein, alles, was ich wünsche, trifft mir ein, wie einem Sonntagskind. Allmählich wurde Hans aber müde und hungrig dazu. Seinen Vorrat hatte er ja schon beim Tausch der Kuh aufgegessen. Nur mit viel Mühe konnte er seinen Weg fortsetzen. Drückten ihn auch die Steine ganz fürchterlich. Da konnte er sich auch seinem Gedanken nicht mehr erwehren, wie gut es wäre, wenn er sie nicht tragen bräuchte. Als er einen Brunnen sah, machte er halt und wollte das Wasser trinken, um sich ein wenig zu erholen. Die Steine legte er auf den Rand des Brunnens. Als er sich ein wenig dem Brunnen entgegenbückte, stieß er leicht gegen einen Stein und beide plumpsten hinab in den Feldbrunnen. Hans sah die Steine in den Brunnen fallen und danke Gott vor Freude, dass er ihn von der schweren Last der Steine befreit hatte, ohne dass er sich einen Vorwurf machen musste. „So glücklich wie ich“, rief er laut, „gibt es keinen Menschen unter der Sonne“. Frei von aller Last sprang er umher und lief restlichen Weg bis zu seiner Mutter.

 

1001 Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Kunsthalle am Grabbeplatz

Die ursprüngliche Kunsthalle am Grabbeplatz entstand unter Jan Wellem um 1800. Diese wurde durch die, am 30. April 1967 eingeweihte „neue Kunsthalle“, (150 Meter versetzt), abgelöst. Das dreigeschossige Gebäude, wurde aus einem einzigen Stein geformt, und hatte daher auch den Namen „Der monolithische Block“. Das Gebäude stand da als Klotz, mit Betonplatten verkleidet, ohne Fenster an der Hauptansichtsseite. Die Wucht des quaderförmigen Betongebäudes erschlug den Vorbeigehenden verbal.  Im Volksmund spottete man darüber und nannte den Bau den „Kunstbunker“. Er kam in der Bevölkerung nicht gut an, erfuhr sogar an Ablehnung; schließlich passte das Gebäude absolut nicht in das Bild der Düsseldorfer Altstadt und hatte rein gar nichts an Architektur des Vorgängers. Viele Bürger sprachen von einem Schandfleck und forderten den sofortigen Abriss, darunter sogar 5 Professoren der Kunstakademie Düsseldorf. Ganz das Gegenteil geschah, denn gegenüber wurde ein ähnlicher Bau errichtet für die „Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen“. Die Steuerzahler waren sauer, dass man so mit den Steuergeldern umging. Der kulturelle Hintergrund der Kunsthalle blieb völlig außer Acht. Seit 1967 ist hier das Kom(m)ödchen, ein Theater von Kay und Lore Lorentz beheimatet.

1971 wurde vor dem Eingang der Kunsthalle ein 4 Meter hoher Bronzevogel aufgestellt. Dieser Vogel sollte dem Betrachter freie Gedankenentfaltung zwischen Traumwelt und Realität ermöglichen. Der Schätzwert dieses Kunstwerkes, von Max Ernst, lag bei etwa 1 Millionen Mark. Über dem Eingang hängt ein Bronzerelief von Karl Hartung. Auf der Freitreppe wurde ein Werk aus Beton namens „Kippdeckel“ angebracht. Im Rahmen einer Ausstellung 1969, wurde ein Basaltsteinboden mit sieben Rillen auf der Freitreppe erstellt. Auf der Terrasse der Kunsthalle entstand 1973 „das Blaue Wunder“. Ein Ofenrohr von Joseph Beuys ragt aus der Außenwand der Kunsthalle am Kay-und-Lore-Lorentz-Platz. Nach dem Tod des Künstlers Joseph Bouys hat der Künstler James Lee Byars 1986 in einer Fuge eine rote Träne aufgebracht.

Ender der 90er Jahre wurde die Kunsthalle durch ein Architektenteam in Teilen erneuert.

In der Kunsthalle wird mittlerweile keine eigene Sammlung mehr ausgestellt. Wechselausstellungen und Vorträge werden organisiert, der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen nutzt mit eigenem Eingang verschiedene Räume und die Kabarettbühne Köm(m)ödchen ist weiterhin hier untergebracht.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der Menzelsee und der Dreiecksweiher

Wer in Düsseldorf oder Umgebung lebt, der kennt auf jeden Fall den Unterbacher See. Wahrscheinlich auch noch den Elbsee. Aber kennen Sie auch den Menzelsee (auch Langersee genannt) und den Dreiecksweiher?

Wenn Sie den Hasseler Wald Am Schönenkamp, vorbei am PKW-Parkplatz, begehen, überqueren Sie den Hoxbach. Gleich hinter der Brücke biegen Sie rechts ab und folgen dem Bach bis zum Ende des Weges. Wenn Sie nun hier wieder rechts gehen durch die Unterführung der Bahn, sehen Sie links den Dreiecksweiher. Die ehemalige Kiesgrube ist zu einem wertvollen Refugium für Wasservögel in einem Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 85 Hektar geworden. Die steilen Uferzonen, die durch das Ausbaggern entstanden sind, wurden abgeflacht, damit Pflanzen und Tiere hier ihren Lebensraum finden können. Viele Biotope, die ehemals am Rhein zu finden waren, haben hier ihren Ersatzlebensraum gefunden. Zur Brutzeit können Sie hier ganze Graureiherkolonien beobachten. Auch Gänse und seltene Enten, sowie Blässhühner und viele andere Vögel nutzen hier die Lanzungen als Rückzugsort und Brutstätte.

Ein Stückchen weiter an der ersten Gabelung mit Bank gehen Sie rechts auf den größeren Weg. Auf der linken Seite sehen Sie nun den Menzelsee. Von der Brücke haben Sie einen tollen Blick auf den See und die Natur.

Der nur wenig bekannte Menzelsee bieten Ihnen viel Natur und Entspannung, mit kleinen Buchten und Bänken rundherum. Er eignet sich für einen schönen Spaziergang – auch mit Kindern, da er eine angenehme Größe hat. Eine Runde dauert im Schnitt 20-30 Minuten.  Wenn Sie den See und die Natur beobachten, können Sie viele Vogelarten entdecken. Hier leben Fischreiher, Blesshühner, Rotkehlchen, Haubentaucher, Kormorane, Enten und viele mehr.

Nicht weit entfernt befindet sich der Elbsee und der Unterbacher See.

Bitte begegnen Sie unserer Natur mit Respekt. Hinterlassen Sie keinen Müll und respektieren Sie die Tiere und Pflanzen unserer Wälder und Seen.

1001 Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Gaststätte „Eulenspiegel“

 

Die sich auf der Mühlenstraße befindliche Gaststätte hieß früher (1664) „In den Drei Koeningen“. Später wurde sich zur Gaststätte Eulenspiegel umbenannt.

Till Eulenspiegel war ein umherlaufender Schalk des 14. Jahrhunderts, der sich als dumm darstellte. Dumm war er aber keineswegs – er war er gerissen und hielt die Menschheit mit seinen Streichen auf Trapp. Auch wenn er in den Illustrationen immer mit Narrenkappe dargestellt wird, war er durchaus kein Narr, sondern seinen Mitmenschen oftmals durch Witz, Durchblick und Geist überlegen.  Um 1510 wurde ein Buch über Till Eulenspiegel geschrieben, das zu einem Bestseller in mehreren Ländern wurde. Till Eulenspiegel nahm Redewendungen meist sehr wörtlich und regte sich über Missstände seiner Zeit auf. Gerne stellte er mit seiner witzigen Art andere Menschen bloß. Er konnte aber auch bösartig sein, was den Bürgern als unangepasst erschien und ihn laut einer Urkunde aus dem Jahr 1339 sogar ins Gefängnis brachte. Den Spiegel, den Eulenspiegel in den Händen hielt, galt als Narrenattribut und zum Abgleich des Soll-und-Ist-Zustandes seiner eigenen Person. Die Eule, die er bei sich hatte, war sowohl ein Symbol der Weisheit als auch des Teufels. Beides trug Eulenspiegel in sich. Mit seiner geistigen Überlegenheit und Weisheit hielt er auch gerne mal seinen Spiegel anderen Leuten vor. Ulen bedeutete im Mittelniederdeutschen auch wischen. Und Spegel hatte die Bedeutung Gesäß. Der Ausruf Ul´n spegel könnte also auch heißen: Wisch mit den Hintern oder wie wir heute unfein sagen würden: „Leck mich am Arsch“. Auch diese Interpretation der Namensgebung hätte auf Till Eulenspiegel gepasst.

Zahlreiche literarische, musikalische und verfilmte Werke haben sich an der Figur des Till Eulenpiegels mit seinen Streichen, seinem Schabernack und seinem Unsinn bedient.

Auch im Karneval fand die Figur des Eulenspiegels immer wieder Gefallen. Als Verkleidung, als Namensgebung für verschiedene Karnevalsvereine, als Auszeichnung und als Symbolfigur des Mainzer Carneval Clubs. Gerne hat man sich, gerade im Karneval und bei Büttenreden, auch an seinen Streichen bedient. In Mainz steht ein Til-Denkmal als Fastnachtsfigur in der Innenstadt. In Düsseldorf ist der Eulenspiegel als „Hoppeditz“ zu einer Traditionsfigur geworden.

In Schöppenstedt, Mölln, Pressek-Waffenhammer und in Damme in Belgien gibt es ein Till-Eulenspiegel-Museum. In Einbeck in Niedersachen befindet sich auf dem Marktplatz der Eulenspiegel-Brunnen. Hier findet alljährlich das Eulenfest statt. Ein im Eulenspiegelkostüm verkleideter Stadtführer zeigt den Touristen die historische Altstadt. Deutsche Kabarettisten wurden mit dem Till-Preis verliehen. Auch Straßen wurden nach Till Eulenspiegel benannt. Zahlreiche Denkmäler, Skulpturen, Bronzefiguren, Glockenspiele und Brunnen sind in vielen Städten zu finden. Selbst Briefmarken wurden seinerzeit als Sondermarken herausgegeben. Auch eine „500 Jahre Till Eulenspiegel“ 10-Euro- Gedenkmünze wurde 2011 herausgebracht.

Heute gibt es die Gaststätte Eulenspiegel nicht mehr unter diesem Namen. Der aus dem Fernsehen bekannte Polizist Michael Naseband („K11-Kommissare im Einsatz“) hat 2014 das „Naseband´s“ eröffnet. Eine niveauvolle Lokation mit Außenterrasse, hochwertigen Getränken, Schlüssel Bier und guter Musik. Hier treffen sich Düsseldorfer oder Meschen aus aller Welt, um Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen. Der angesagte Treffpunkt sorgt besonders an den Wochenenden für ausgelassene Partystimmung.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Fassadensanierung des Schloss Jägerhof

Das denkmalgeschützte Schloss Jägerhof an der Jacobistraße 2 in Düsseldorf hat aktuell eine neue Fassadensanierung erhalten. Fast 1 Jahr lang wurden die Schäden an der Nord- und Westfassade unter die Lupe genommen und bearbeitet. Auch die Haupttreppe und die Laternen am Hauptportal wurden restauriert. Viele Natursteinflächen und Figuren wurden gereinigt und viele Werkstücke wurden originalgetreu ersetzt.  Das Wappen am Dach des Schloss Jägerhof erhielt sein krönendes Kreuz zurück. Die durch eingedrungenes Wasser abgeplatzte Putzoberfläche wurde entfernt und der Putz vollständig erneuert. Typisch für die Gründerzeit ist der Farbanstrich in altrosa. Diese typische Farbgebung wurde mit der Denkmalbehörde und den Restauratoren besprochen und das Schloss hat einen neuen altrosa Farbanstrich erhalten. Der Anstrich wurde an die Farbgebung des Hofgärtnerhauses und des Benrather Schlosses angeknüpft.

Auch die Süd- und Ostfassade soll restauriert werden und das Schloss Jägerhof soll Mitte des nächsten Jahres (2024) vollkommen in neuer Pracht erstrahlen.

Das Schloss im Stadtteil Pempelfort wurde in den Jahren 1752 bis 1763, ebenso wie das Schloss Benrath als Lustschloss gebaut. 1770 entstand das Hofgärtnerhaus mit Restaurant. Bis 1795 diente es als Sitz der obersten Jägermeister, später als Residenz der Hohenzollern. 1909 wurde das Schloss samt Garten, durch den Staat, an die Stadt Düsseldorf verkauft. 1943 wurde das Schloss Jägerhof durch Luftangriffe erheblich beschädigt. 1950 wurde dann mit dem Wiederaufbau begonnen. Seit 1955 werden die Räume als Museum genutzt und seit 1987 befindet sich hier das Goethe-Museum.

1001 Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Abenteuerspielplatz Düsseldorf Eller

Der Abenteuerspielplatz in Eller hatte Geburtstag. Am 14. Oktober 2023 wurde das 50-jährige Bestehen der Kinder- und Jugend-Freizeiteinrichtung gefeiert. Zur Unterhaltung trugen u.a. Kinderspiele und Live-Musik bei.

Die Freizeiteinrichtung an der Heidelberger Straße 46 wurde 1973 von einer Studentengruppe als Planspiel „Abenteuerspielplatz“ gestartet. Mittlerweile bietet das 11.000 m² große Gelände nicht nur einen Spielplatz für Kinder- und Jugendliche, sondern eine Kinderabenteuerhöhle, eine selbstgebaute Achterbahn, ein Space-Shuttle, eine Seilbahn und sogar einen Teich, der mit einem Floß befahren werden kann. Im Sommer wird der Spielteich natürlich zum Rumtollen und für Wasserschlachten genutzt. Im Winter kommt er, bei kalten Temperaturen, als Eishockeyfeld zum Einsatz. Über 50 Buden auf einer Fläche von 2.500 m² ermöglichen den Kindern, sich mit Hammer und Nägel, Säge und vielen anderen Werkzeugen und Materialien handwerklich betätigen können. Die Häuser können verändert, erweitert und angebaut werden oder einen neuen Schliff oder Anstrich erhalten. Wer sich mit der Innenausstattung beschäftigen möchte, kann auch hier in den Häuschen seine Ideen ausleben. Kinder- und Jugendliche können sich im gesamten Areal austoben, ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen oder lernen, wie man mit Handwerksmaterialien umgeht. Selbständig können sie mit unterschiedlichen Werkzeugen arbeiten und kreativ werden. Ganz klassisch kann man auf diesem Gelände aber auch Cowboy und Indianer spielen.

Der Abenteuerspielplatz wird außerdem pädagogisch betreut.

Der Matsch-/Wasserbereich bietet inmitten einer Sandfläche einen großen Spiel- und Kletterturm. Auf verschiedenen Ebenen können die Kinder klettern, an der Rutschstange hinunterrutschen oder die Rampe mit verschiedenen Fahrzeugen runter sausen. Zwei Pumpen befördern das Wasser aus dem Boden, welches die Kinder zum Matschen brauchen. Rohre und Rinnen können bei der Verarbeitung des Matsches ebenfalls genutzt werden.

Wenn beispielsweise mit Holz oder Metall gearbeitet wird, werden die Kinder unter Aufsicht fachkundig durch die Betreuer begleitet und angelernt. Hier lernen sie nicht nur die unterschiedlichsten Materialien kennen, sondern auch wie man sie einsetzen kann und welche Werkzeuge oder Maschinen man dafür benötigt.

Für Tierfreunde bietet der Abenteuerspielplatz außerdem die „Mümmel-Villa“. Hier leben Meerschweinchen und Kaninchen. Aber nicht nur die Meerschweinchen und Kaninchen wollen gestreichelt und gefüttert werden, auch die Kamerunschafe und Ziegen finden es toll verwöhnt zu werden.  Im Feuchtbiotop kann man verschiedene Tiere beobachten.

Am Lagerfeuerplatz ist im Sommer und natürlich auch im Winter immer was los. Hier können sich die Kinder aufwärmen oder auch Stockbrot an der Feuerstelle backen. Ab und zu wird auch mal eine deftige, heiße Suppe gekocht. Ein richtiges Lagerfeuer-Feeling wird durch die aufgestellten Sitzmöglichkeiten ringsherum der Feuerstelle geschaffen. Hier kann man sich unterhalten, zuhören oder einfach nur das Feuer und die Glut beobachten.

In der eigenen Cafeteria, genannt Cafete, gibt es für Groß und Klein samstags Kaffee und kalte Getränke, sowie frisch gebackene Waffeln zu kaufen.

Der Abenteuerspielplatz hat an bestimmten Tagen für bestimmte Zielgruppen geöffnet. Montags, mittwochs und samstags sind Familien herzlich willkommen. Die 6–14-Jährigen haben dienstags und donnerstags das Gelände für sich, so dass dann keine Klassentreffen, Kindergeburtstage oder sonstige Feiern stattfinden.

Auch wenn die Kinder- und Jugend-Freizeiteinrichtung von außen nicht ganz so attraktiv rüberkommt, drinnen wird sie Sie und die Kinder bestimmt begeistern. Setzen Sie den Abenteuerspielplatz einfach mal auf Ihre Ausflugsliste. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten aus Düsseldorf – Die Klompe

 

Die „Klompe“ waren die Fußbekleidung des armen Mannes. Früher gab es sie in der Holzschuhwarenhandlung Meuwsen in der Mühlenstraße 28 in Düsseldorf zu kaufen. Willi Krüll machte in der Holzschuhwarenhandlung seine Ausbildung und hatte über viele Jahre das Vertrauen des Inhabers genossen. Er war auch Vorstand der Düsseldorfer Jonges.

Die Klompe nannte man auch Klotschen oder Galoschen. Sie waren am gesamten Niederrhein bekannt. Anfangs wurden sie von den Bauern im Schuppen auf einer Hobelbank selbst gefertigt. Später gab es die „Klompemäker“ und ausgebildete Holzschuhschnitzer. Besonders geeignet zum Schuhschnitzen war weiches Holz aus der Linde oder der Buche sowie von Pappeln, Erlen und Weiden. Uns bekannt sind die Klompe aus Holland in allen Variationen, Farben und Größen. Selbst als Schlüsselanhänger sind sie zu bekommen. Vorwiegend hergestellt wurden sie in Willich, Düren, Viersen, Neersen und Jülich. Diese Orte nannte man daher auch „dat Klompeloch“.

In der Düsseldorfer Altstadt und ringsherum wurden die Klompen von Männern, Frauen und sogar Kindern getragen. Die Holzschuhe waren sehr haltbar und auch widerstandsfähiger als ein Lederschuh. Außerdem waren die Klompe auch billiger. Wenn man welche mit Riemen besaß, konnte man besser darin laufen und hatte mehr Halt. Ein altes Sprichwort heißt: „Dä lach nit, selws wemmer´m met´nem Klomp ob de Schnüß schläht.“  Das lässt daraus schließen, dass so mancher mit den Klotschen auch hingefallen ist. Oder soll es heißen, dass man den Klotsch auch mal vor den Mund bekommen hat!?  Tatsächlich hat die Jugend die Klompe auch als Wurf- oder Handwaffe benutzt. Früher gab es heftige Straßenschlägereien mit anderen Stadtvierteln, wobei die Klompe zum Einsatz kamen. Die Teilnehmer aus der Altstadt hatten sogar einen Kampfruf: Klomp uus- Reem vom Buck!“ Die Gegner betitelten die Altstadtschläger als „Klömperkämper“.

Wer sie trug, hinterließ das bekannte Klappergeräusch, welches man bis in die „Retematäng“ und in die Liefergasse hörte. Selbst in der Kirche am Sonntag wurden die Klompe getragen. Dafür wurden sie gesäubert und weiß geschrubbt. Auch die Kinder trugen diese Holzschuhe in der Schule und sie stellten sie zu Nikolaus auf die Fensterbank. Die meisten Kinder besuchten die Volksschule in der Altstadt. Die „Max“-Schule trägt daher bis heute noch den Namen „Klompejymnasium“.

Später gab es die Klompe auch mit Ledereinfassung. Diese wurden dann „Hotsche“ oder „Trippe“ genannt.

Uns bekannt ist der, zum Schützenfest gehörende „Klompeball“, der meistens montags stattfindet. In Itter und Wersten, auch noch in ein paar anderen Stadtteilen, wird der Klompeball gefeiert und sogar ein „Klompen-Königspaar“ gekrönt. Auch hier werden sehr gerne diese Holzschuhe und Trachten getragen. Damit die Füße nicht beim Tanzen schmerzen trägt man dicke Wollsocken. Früher polsterte man die Klompe mit Stroh. Das Stroh sorgte für besseren Tragekomfort und half gegen Kälte.

Außerdem werden die geschnitzten Klompe auch in Urdenbach zum bekannten Oktoberfest getragen oder als Dekoration an den Häusern und Gärten zur Schau gestellt.

Es ist schön, dass diese Traditionen aufrecht gehalten werden und die Klompe immer wieder zum Einsatz kommen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Kennen Sie die Retematäng?

Wahrscheinlich wissen viele nicht, was die Retematäng ist, aber einige haben das Wort schon mal gehört, nämlich in einem Düsseldorfer Karnevalslied.

„Mer send us de Aldestadt, us de Retematäng. Mer spreche richtig platt, mer loofe op de Häng.

Ons Altstadt es bekannt bes Korschebroich on Norf; mer blose jett op Klein-Paris, mer send Jroß-Düsseldorf!“

Was übersetzt heißt:

„Wir sind aus der Altstadt, aus der Retematäng, wir sprechen richtig platt, wir laufen auf den Händen.

                Unsere Altstadt ist bekannt bis Korschenbroich in/um/auf/bei Norf;

                Wir blasen etwas auf Klein-Paris, wir sind Groß-Düsseldorf!“

Das hört sich natürlich viel schöner auf Düsseldorfer Platt an!

Aber jetzt haben wir noch nicht geklärt, was die Retematäng ist und wie das Wort einst entstand. Die Retematäng ist das Herz der Altstadt – die Ratinger Straße. Sie ist eine der ältesten Straßen Düsseldorfs und mit der Bolker Straße eine der beliebtesten Vergnügungsmeilen der Altstadt.

Wie das Wort entstand, weiß keiner ganz genau zu sagen. Es gibt jedoch mehrere Theorien.

Manche erzählen, dass auf der Ratinger Straße früher die Gibsfiguren-Italiener wohnten, die den Straßennamen nicht richtig aussprechen konnten. Andere sagen, dass in der Franzosenzeit die Besatzer die Ratinger Straße als „Rue de Rattengänger“ bezeichnet hätten. Und Jupp Schäfers, Altstädter, Büttenredner, Liederdichter Sänger und Parodist aus Düsseldorf hat seine eigene Theorie. Er sagt, das Wort Retematäng stammt aus der Zeit, als Napoleon früh morgens auf seinem Roß durch die Ratinger Straße ritt, schon 20 Kneipen geöffnet hatten und die Gäste bei guter Stimmung in die Hände klatschten und auf Französisch riefen“ Rue de Matäng“, was so viel bedeutet, wie Straße des Morgens. Andere sagen, dass die „Rue de matin“ oder aber auch die „repeter le matin“ der Ursprung waren. Die „repeter le matin“ waren die Schüler der Volksschule auf der Ratinger Straße, die sitzengeblieben waren und das Schuljahr bzw. den „Morgen“ wiederholen mussten. Vielleicht hat Napoleon selbst aber auch die Straße „rue de matin“ genannt, weil er am frühen Morgen über die Straße ritt und ein Düsseldorfer, der die französische Sprache nicht beherrschte verstand, Retematäng. Wieder ein anderer weiß zu erzählen, dass ein Gast verprügelt wurde und auf die Straße rannte und laut rief: „ech rett minn Zäng“ /ich rette meine Zähne. Vielleicht hat man aber auch den Rückzug der Truppen damit gemeint, denn retirer oder retourner bedeutet zurückziehen und umkehren.

Bedeutsam ist jedoch, egal welche Theorie die richtige ist, dass das Wort und seine Bedeutung im Herzen der Altstadt liegt und auch nach so vielen Jahren, in den Köpfen der Düsseldorfer verankert ist.

Selbstverständlich trägt auch eine Gaststätte den Namen „En de Rettematäng“, die sich auf de Ratinger Straße 43 befindet. Hier trifft sich Jung und Alt und Tradition trifft auf Modernes.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Brauerei im Füchschen

 

Die Brauerei „im Füchschen“ ist eine der letzten vier Altbier-Traditionsbrauereien in der Düsseldorfer Altstadt.

Der Name „im Füchschen“ wird bereits mindestens seit 1640 auf der Ratinger Straße 28 geführt. Und wahrscheinlich wird auch seitdem an dieser Stelle das Altbier gebraut und in der Gaststätte verkauft. Früher hatten die Häuser in der Düsseldorfer Altstadt keine Hausnummern, sondern zur Erkennung ein Schild. Auf diesem Schild auf der Ratinger Straße, war ein Fuchs zu sehen, welcher der Gaststätte wohl ihren Namen gab. Das Altbier erhielt seinen Namen „Füchschen Alt“ aber erst im Jahr 1848.

„Em Füchske“ auf der Ratinger Straße 28 befand sich um 1770 auch eine Privatschule im Haus.

1908 wurde die Gaststätte von dem Ehepaar König gekauft und die Gaststäte erhielt ein großes Werbeschild mit dem Namen „Brauerei im Füchschen“ über dem Eingang des Lokals. Durch den 1. Weltkrieg musste die Gaststätte schließen. Erst 1930 konnte das Brauhaus seine Pforten wieder öffnen. Allerdings durch die Erbengemeinschaft, da Theodor König bereits verstorben war. Leider wurde das Brauhaus dann durch den 2. Weltkrieg zerstört.  1950 konnten Peter und Johanna König den Betrieb wieder aufnehmen. Liebevoll wurde Peter König von seinen Gästen „Pitter“ genannt und das Brauhaus wurde für Prominente und „Jedermann“ ein bekannter Treffpunkt. Nachdem Peter König 1972 verstarb, wurde die Gastronomie von seiner Frau und seinem Sohn Peter weitergeführt. Nicht nur das Brauhaus blieb im Besitz der Familie auch der Name Peter wurde in der nächsten Generation fortgeführt, denn 1995 übernahm Peter III die Traditionsbrauerei, die modernisiert wurde und seitdem mit Veranstaltungsideen noch mehr Gäste anzieht. Besonders an den Karnevalstagen ist das – im Volksmund „Füchschen“ genannt – ein bekannter Treffpunkt.

Heute noch befindet sich das Brauhaus auf der Ratinger Straße 28 mit einem weiteren Gebäude nebenan und einem Grundstück, welches bis zur Ritterstraße reicht. In dem nebenliegenden Gebäude Ratinger Straße 30 befand sich früher eine weitere Brauerei namens „Zum jungen Bären“, die jedoch von den „Königs“ übernommen und das Füchschen vergrößert wurde.

Im Füchschen, der Kult-Brauerei, kann der Gast sowohl das obergärige Altbier trinken als auch das Silberfüchschen, welches ein Weizenbier ist. Sogar ein Weihnachtsbier ist jährlich ab 10. November erhältlich und seit 2017 wird das Füchschen Pils angeboten. Die Biersorten, nach dem geheimen Familienrezept, werden in Bügelflaschen oder vom Fass, ausgeschenkt. Teilweise ist das Bier auch in Kronkorken-Flaschen erhältlich. Dosenbier hat sich nicht durchgesetzt und wurde nach einem Jahr wieder abgeschafft. Das Füchschen-Bier ist jedoch nicht nur im Brauhaus „im Füchschen“ erhältlich, sondern auch in rund 40 anderen Gaststätten und bei circa 75 Getränkehändlern in Düsseldorf und Umland. Im Füchschen kann man aber nicht nur Füchschen-Bier trinken, sondern auch hervorragend essen. Hier werden von Häppchen bis zum deftigen Schmaus sämtliche, auch traditionelle Speisen – wie Blutwurst, Leberkäs, Mettbrötchen mit Zwiebeln und die deftige Haxe angeboten. Mittlerweile kann man hier auch vegetarische Gerichte erhalten.

Im Sommer können es sich die Gäste auch vor der Hausbrauerei gemütlich machen und sehen und gesehen werden. Das Brauhaus wird von Jung und Alt besucht.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Das Ratinger Tor

 

Der Name „Ratinger Tor“ tauchte erstmals in den Urkunden von 1428 auf. Forschungen lassen jedoch den Schluss zu, dass es bereits seit 1384 bestehen muss, es jedoch davon kein Bildmaterial gibt. Das mittelalterliche Stadttor fiel der Schleifung aus dem Friedensvertrag von Lunéville zum Opfer.

Das „neue“ Ratinger Tor, welches als Zolltor diente, wurde um 1811 errichtet und ca. 115 Meter weiter Richtung Osten verschoben. Es besteht aus zwei fast quadratischen Säulenbauten im klassizistischen Stil und erinnert an altrömische Tempelanlagen. Die Bauten sind mit goldfarbenen Lorbeerkränzen verziert. Es befindet sich als einziger Bau mit den beiden Torhäusern an der Kreuzung Heinrich-Heine-Allee und Maximilian-Weyhe-Allee.  Die zwei gegenüberliegenden Torhäuser teilen zwei Stadtteile. Das nördliche Torhaus befindet sich im Stadtteil Pempelfort und das südliche im Stadtteil Stadtmitte. Das Ratinger Tor bildet den Abschluss der ältesten Straße Düsseldorf, der Ratinger Straße, die, wie es der Name sagt, nach Ratingen führt.

Das Zolltor diente in der Zeit von 1817 bis 1827 dazu, die Zölle von eingeführten Lebensmitteln zu erheben. Danach wurden die Einkommensteuer und weitere direkte Steuern eingeführt, so dass die Zollfunktion zunehmend an Bedeutung verlor. Nachdem das Zolltor seine eigentliche Aufgabe verloren hatte, zog Ende der 40er Jahre Friedrich Tamms (Stadtplaner und Baudezernent) in das südliche Torhaus, welches vom Volksmund „Onkel Tamms Hütte“ getauft wurde. Weitere bekannte Persönlichkeiten übernahmen anschließend die Räumlichkeiten, welche dann 2011 bis 2008 leer standen. Von 2008 bis 2017 hatte die Düsseldorfer Kunstakademie das südliche Torhaus als Atelier genutzt. Eine Bronzeplastik, die an das Musikehepaar Schumann erinnert wurde Ende 2022 gestiftet und vor dem südlichen Tor aufgestellt.

Das nördliche Torhaus wurde 1984 von den Düsseldorfer Jonges (Heimatverein) gepachtet, die dieses 2012 sanierten und es für ihre Vorstandssitzungen und Vereinsfeiern nutzen. Hier wurde außerdem ein schmuckes Heinz-Schmöle-Zimmer eingerichtet, in dem auch die Büste Schmöles ihren Platz gefunden hat. Heinz Schmöle war u.a. Kaufmann, Generaldirektor, engagierte sich im Sport und Schulsport, war – wie sein Vater –  sehr dem Karneval zugetan, war Schirmherr und Ehrenmitglied der Düsseldorfer Jonges.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Geschichte von Jan Wellem und seiner Gemahlin

Der Kurfürst Jan Wellem liebte die Jagt ebenso sehr, wie auch seine Gemahlin Anna Maria Louise von Toskana dies tat. Doch wenn die Frau des Kurfürsten auf die Jagd ging, verfiel sie ihrer Leidenschaft so sehr, dass sie alles um sich herum vergaß und keine Rücksicht auf die Äcker und Felder nahm und sogar wild durch die Gärten der Bauern ritt, um das Wild zu verfolgen. Die Bauern waren darüber fassungslos, denn sie mussten mit ansehen, wie die Saat nicht mehr aufgehen konnte oder die Bodenfrüchte zertrampelt wurden. Der ganze Fleiß ihrer harten Arbeit war dahin. Jedes Mal, wenn dies der Fall war, jammerten die Bauern: „Anna Louisa rutscht wieder über unsere Äcker und Felder.“ Bald schon wurde die Frau des Kurfürsten bei den Bauern nur noch „Rutsch-Anna“ genannt. Jan Wellem war bei den Bauern gut angesehen, niemand verlor ein böses Wort über ihn, denn er war immer bemüht, das Los der armen Bauern zu lindern. Als er nun von den wilden Ritten seiner Frau erfuhr, überlegte er sich, wie er dem Verhalten seiner Frau Abhilfe schaffen konnte. Zunächst sprach er aber nicht mit ihr darüber. Jan Wellen hatte einen anderen Plan. Eines Tages fuhren das Kurfürstenpaar in einer edlen Karosse durch die umliegenden Dörfer Düsseldorfs. Wenn die Bürger und Bauern das Herrscherpaar sahen, brachen sie normalerweise in Jubel aus. Doch mittlerweile war der Ärger über die verlorene Ernte so groß, dass das Volk hungern musste. Jubel und freundliches Winken blieben diesmal aus, stattdessen streckten sie ihre Arme aus und baten um milde Gaben. Jan Wellen wies seine Untertanen, an Geldstücke an das Volk zu verteilen. Seine Gemahlin hingegen schaute verdrossen aus dem Fenster der Karosse und rief der wartenden Menge zu:“ Ihr könnt doch Semmeln und Käse essen. Da wird euer Hunger schon vergehen“. Das gefiel dem Kurfürsten gar nicht.

Als sie ein paar Tage später zusammen zur Jagd ritten, trennte sich das Paar von der Jagdgesellschaft. Schon bald ließ der Fürst seine Frau in dem Glauben, dass sie sich verirrt hätten. Nach einiger Zeit verspürte die Gemahlin Hunger und Durst. Umso länger die Suche nach dem rechten Weg und zurück zur Jagdgesellschaft dauert, desto mehr klagte sie. Der Kurfürst verhielt sich zunächst unbeeindruckt, doch nach langem Wehklagen seiner Frau sagte er zu ihr:“ Statt zu jammern könntest du doch Semmeln mit Käse essen, so wie du es den Armen kürzlich geraten hast!“ Anna Maria Louise von Toskana schwieg und der Kurfürst wusste, dass ihr dies eine Lehre sein werde.

Der Kurfürst Jan Wellem verkleidete sich gerne als einfacher Jäger. So tat er es auch an einem folgenden Tag. Trotz seiner markanten Nase erkannten ihn die Bürger nicht. Auf dem Marktplatz kam er mit einem Bauern ins Gespräch, der ihn ebenfalls nicht als den Kurfürsten erkannte. Jan Wellem machte sich einen Spaß und schimpfte aus Leibeskräften über den Kurfürsten, seine unfähige Art eine Regierung zu führen und auch über seine Gemahlin, die selbstsüchtig und hartherzig sei. Aber der Bauer erwiderte, dass er auf seinen Herrscher nichts Schlechtes kommen ließe, dass dieser so wäre, wie er ihn sich vorstelle und dass er sich immer um die Belange der Bauern kümmern würde und ihnen die Steuern erließe und dafür den reichen Herren mehr Steuern auferlegte. So sehr sich, der als Jäger verkleidete Kurfürst, auch bemühte etwas Schlechtes über sich zu erfahren, er hörte kein böses Wort von dem Bauern. Über die Gemahlin des Kurfürsten schien der Bauer aber anders zu denken. Er plauderte, dass es sehr schade sein, dass der Kurfürst seine „Rutsch-Anna“ nicht davon abhalten könne, ihre wilden Jagdritte zu unterlassen. Als der Kurfürst den Spitznamen seiner Frau aus dem Munde des Bauern hörte, war er nicht verärgert, sondern beschloss, ihr mal wieder eine Lehre zu erteilen.

Am nächsten Morgen begrüßte Jan Wellem seine Frau freundlich an der Frühstückstafel. Sie jedoch stammelte nur ein unhöfliches „Guten Morgen“. Wütend erzählte sie ihrem Mann, dass sie erfahren habe, dass er sie absichtlich habe auf dem Ausritt hungern und dursten lassen. Und dass dies nicht die rechte Art sei. Der Kurfürst hingegen erwiderte ihr, dass er anderer Ansicht sei und dass die „Rutsch-Anne“ noch sehr viel lernen müssen. Erneut fuhr sie ihren Gemahlen an, der ihr dann von dem Gespräch mit dem Bauern erzählte. Zum Beweis der Richtigkeit, ließ er den Bauern ins Schloss bringen. Dieser sprach erneut in hohen Tönen über den Kurfürsten und lobte seine Art und wie er die Regierung führte. Zur Fürstin mochte er jedoch nichts sagen. Jan Wellem ließ nicht locker und forderte frei zu reden. Dem Bauern war es sichtbar unangenehm, ihm wurde heiß und kalt zugleich. Schließlich aber trug er die Sorgen der Bauern vor und erklärte, welchen Schaden die „Rutsch-Anna“ herbeiführte. Gleichzeitig warnte er Jan Wellem auch vor dem „langnasigen Jäger“, der am Vortage über den Kurfürsten geschimpft hatte und ihn schlecht machen würde. Jan Wellem musste lachen und erklärte dem Bauern, dass er der Jäger gewesen sei, mit dem er gesprochen hatte. Dem Bauern stieg die Röte ins Gesicht und ihm wurde ganz ungemütlich. Schließlich hatte er die Fürstin „Rutsch-Anne“ und den Kurfürsten „langnasigen Jäger“ genannt. Er rechnete mit einer fürchterlichen Strafe.  Jan Wellem hingegen dankte ihm für seine Offenherzigkeit und ehrlichen Worte. Bevor er ihn entließ, beschenkte er den Bauern noch reichlich. Jan Wellen und seine Gemahlin spotteten noch gegenseitig über ihre Spitznamen. Fortan achtete die Fürstin bei ihren Jagdtritten darauf, dass sie nicht die Äcker und Gärten der Bauern umpflügte und die Ernte keinen Schaden nahm.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Haben Sie schon einmal von dem ansteckenden Fieber gehört?

Am Niederrhein bracht im Sommer 1529 eine ansteckende Fieberkrankheit aus. Man nannte sie „Englischer Schweiß“, weil die Krankheit in England zuerst beobachtet wurde.

Die Seuche hatte einen sehr ernsthaften und schnellen Verlauf. Entweder war man innerhalb eines Tages geheilt oder man verstarb innerhalb kurzer Zeit, meist sogar am selben Tag.

Der herzogliche Hofarzt, Simon Riquinus, der sich in Benrath aufhielt, wusste folgendes zu berichten:

Auch in Urdenbach war die Seuche angekommen. Dort hatte sich ein Bauer angesteckt und auch er hatte sehr hohes Fieber. Dieser Bauer war verzweifelt und ihm rannte die Zeit davon. Er wollte doch nicht sterben. So hatte er eine Idee. Er entkleidete sich, stieg in einen leeren Mehlsack und ging in einen noch heißen Backofen, aus dem soeben erst die Brote entnommen wurden. Dort hielt er sich kurze Zeit auf und war von der Seuche und dem damit verbundenen Fieber geheilt.

Ob sich der Bauer in dem heißen Ofen verletzt hatte und ob sich die Menschen beim Verzehr der anschließend in dem Ofen gebackenen Brote angesteckt haben, wusste der Hofarzt nicht zu erzählen. Er hatte nur davon abgeraten dasselbe nachzumachen, was zu ernsthaften Verbrennungen führen würde.

Viele Menschen sind seinerzeit an der Seuche gestorben.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Hubbelrather Linde

Wie eine Sage erzählt, hat Suitbertus auf einer seiner Landeszüge, zwischen Hubbelrath und Gerresheim in der Gemeinde Ludenberg eine Linde gepflanzt. Sie wuchs auf einem Hügelrand oberhalb des Morper Baches. Die über 1000 Jahre alte Linde wuchs so hoch, dass ihre Krone weit über das bergische Land ragte und jeder Vorbeikommende den mächtigen Baum bewunderte. Besonders ist der Blütezeit zog er alle Blicke auf sich.

Durch die Nachwirkungen des Weltkrieges, wurde die Wirtschaft durch die Entwertung des Geldes gestört. Nur noch Sachwerte behielten ihre Kaufkraft. Die Linde warf ihren Schatten auf den Hof Helkert. Damit die Tochter des Hofes ihre Aussteuer bekommen konnte, wurde die prächtige Linde gefällt und ihr Holz benutzt. Das junge Paar wird hoffentlich das Holz des Naturdenkmales gesegnet haben.

Noch heute ist der Stumpf der Linde, nur wenige Meter vor dem Haus des damaligen jungen Paares, zu sehen. An den Jahresringen des Stumpfes kann man abzählen, wie alt die Linde geworden ist.

 

Naturdenkmäler:

In Hubbelrath, in einem privaten Park des Gutes Bruchhausen, befindet sich die älteste Eiche. Sie wurde 1679, als Jan Wellem seine Regentschaft begonnen hatte, gepflanzt. Der prächtige Baum spiegelt sich in dem angrenzenden Teich, wider.

In der Paulsmühle in Benrath steht eine über 150 Jahre alte Eiche. Die Friedenseiche wurde 1871, aus Dankbarkeit, dass der Deutsch-Französische Krieg geendet hatte, von der Bürgerschaft gepflanzt. Die gradlinige, hochgewachsene Stieleiche entwickelt erst in größerer Höhe ihre Baumkrone.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Holzschnitzkunst „Maria in der Not“

 

Ein Pilger, der von seinem Weg zurück an den Rhein kam hörte im Gebüsch ein jämmerliches Stöhnen. Er folgte den Lauten und entdeckte einen Mann, der blutüberströmt und schmerzgekrümmt am Boden lag. Besorgt kümmerte sich der Pilger um den Mann, dessen Kleider zerrissen und klaffende Wunden zu sehen waren.  Er fragte den Verwundeten, was denn geschehen sei und wie er ihm helfen könne. Der Verletzte sagte nur: “Fort, fort, so schnell du kannst. Räuber haben mich überfallen. Mein Leben wird bald zu Ende gehen. Niemand kann mir mehr helfen. Aber die Räuber sind noch im Gebüsch und haben es auch auf dich abgesehen. Eile von dannen, sonst wird mein Blut dir zum Verhängnis werden!“

Doch der fromme Pilger hatte solch ein Mitleid mit dem verletzten Mann, dass er seine Angst vergaß und ihm half. Er kümmerte sich um die Wunden, reinigte sie und legte dem sterbenden Mann Verbände an. Plötzlich kamen die Räuber aus dem Gebüsch gesprungen. Sie fassten den frommen Wanderer und schleppten ihn nach Düsseldorf. Die Leute in den Straßen sahen seine blutbeschmierten Hände und als die Räuber laut riefen: „Dieser sei es, der den Mann draußen vor der Stadt umgebracht hat“, schenkten sie ihnen Glauben. Der Pilger wurde auf direktem Wege ins Gefängnis gebracht und kurze Zeit später einem Richter vorgestellt. Trotz Erklärung seiner Geschichte schenkte der Richter ihm keinen Glauben und verurteilte ihn zum Tode. Angekettet in einem dunklen, nasskaltem Verließ betete er zu Gott und stellte sich immer wieder die Frage, warum Gott ihn unschuldig sterben lassen wolle. Als seine letzte Stunde geschlagen hatte kam ein Priester in den Kerker, reichte ihm die letzte Hostie und betete mit ihm die Todesgebete. Der zum Tode verurteilte Pilger kniete sich vor ein Marienbild, dass in seiner Zelle stand und lauschte den Worten des Priesters. Die Glocken Düsseldorf ertönten und kündigten seinen Tod an. Draußen auf den Straßen lief das Volk zusammen, um die Hinrichtung zu sehen. Im Verließ waren schwere Stiefelschritte zu hören. Der Wagen, der den Pilger zum Schafott fahren sollte, stand ebenfalls schon bereit. Die Henkersknechte, die den Verurteilten abholen sollten, öffneten die Kerkertür, der Priester erhob sich und dann geschah das Unerklärliche. Alle Anwesenden blieben erstaunt und erstarrt stehen, als plötzlich ein süßer Duft den Raum durchzog und um das Marienbild ein heller Schein erschien. Eine hohe Stimme sprach zu dem Verurteilten: “Gehe hin im Namen Jesu Christi. Wer wie du auf Gott vertraut, der ist seiner Hilfe sicher!“ Die Ketten zersprangen und der Pilger wurde nicht gehängt. Die beiden Mörder wurden ergriffen, gestanden das Verbrechen und wurden zum Tode verurteilt.

Das Marienbild verehrt man noch heute in der Lambertuskirche in der Düsseldorfer Altstadt als „Maria in der Not“.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Junkersteuer

Kurfürst Jan Wellem war ein Mann mit einem großen Gerechtigkeitssinn. So war er auch sehr unglücklich darüber, wie die Steuerlast in seinem Land verteilt war. Die jenen, die wohlhabend waren, wie Adelige und Geistige, waren größtenteils von der Steuerlast befreit aber die sowieso schon armen Bauern, mussten Steuern zahlen. Selbst die Bürgerschaft wurde nur in Ausnahmefällen zur Steuerzahlung angewiesen. Die Adeligen jedoch unterlagen der „Heeresfolge“, so dass sie und ihr Gefolge im Kriegsfalle dem Lehnsherrn dienen mussten. Aber darauf kommen wir später noch einmal zu sprechen.

Jan Wellem war stets bemüht die armen Bauern zu unterstützen und so setzte er sich immer wieder für sie ein, wenngleich er mit seinem Bestreben große Mühe hatte bei den adeligen Junkern und der Geistlichkeit ein offenes Ohr zu finden. Denn diese waren davon natürlich gar nicht begeistert und verteidigten die althergebrachten Rechte, die besagten, von der der Steuerlast befreit zu sein.

Eines Tages ging der Kurfürst wieder mal seinem Hobby, der Jagd, nach. Bei seinem Ausritt begegnete er dem Bauern Köbes. Dieser war bei der Aussaat von Wicken. Der Kurfürst beobachtete ihn und lauschte dem Bauern, der ungestört vor sich hin erzählte: „Kommen sie, dann kommen sie nicht – kommen sie nicht, dann kommen sie!“ Jan Wellem konnte mit diesen Sätzen nichts anfangen und ritt auf den Bauern zu, um ihn zu fragen, was sie zu bedeuten haben. Der Bauer Köbes antwortete ihm:“ Nun, mein Nachbar ist ein Junker und er hat das Recht, seine Tauben frei fliegen zu lassen. Kommen die Tauben nach der Saat auf mein Feld, fressen sie die Körner weg und die Wicken können nicht wachsen. Kommen die Tauben aber nicht, dann kommen die Wicken. Meine Ernte hängt also von den Tauben ab, die ich nicht jagen darf!“

Kommen sie, dann kommen sie nicht; kommen sie nicht dann kommen sie. Diesen Satz wollte sich der Kurfürst merken. Bei der nächsten Versammlung mit den Adeligen und den Landesherren wurde wieder die Besteuerung angesprochen. Nachdem sich aber auch dieses Mal die Junker nicht bereit erklärten Steuern zu zahlen, sprach Jan Wellem die Worte, die er vom Bauer Köbes gehört hatte. Die adeligen Herren schauten ihn verwundert an, denn auch sie verstanden die Bedeutung nicht.

Einige Tage später forderte Jan Wellem die Adeligen auf, Ihrer Verpflichtung der Heeresfolge nachzukommen und mit Pferden, Waffen und Gefolge in den Krieg zu ziehen. Die Junker berieten sich und fragten sich, in welchen Krieg sie ziehen und welchen Feind sie bekämpfen sollten. Seit über 100 Jahren hatten sie solch eine Aufforderung nicht mehr erhalten. Die Junker waren erstaunt und kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass ihr Landesherr wohl verwirrt sei, schließlich hatte er zuletzt auf der Versammlung auch solch komische Sätze gefaselt. Sie tranken und lachten an diesem Tag noch viel, gingen erst spät nach Hause und vergaßen die Anordnung. Folge dessen erschienen Sie auch nicht zum angegebenen Tag an der Rochuskapelle in Pempelfort. Lediglich der Freiherr von Dalwigh aus Unterbach war mit zwei Berittenen, vier Lanzenknechten und mit Pferd gerüstet gekommen.

Der Plan war aufgegangen, denn nun wusste der Kurfürst, dass die Junker nicht bereit waren Ihrer Pflicht zur Heeresfolge nachzukommen. Somit mussten sie von hier an auch Steuern zahlen. Lediglich der Freiherr von Unterbach, der zum Treffpunkt getreu erschienen war, wurde auf ewige Zeit von der Steuerlast befreit. Nun verstanden die Junker auch die Aussage Jan Wellems. Da sie nicht gekommen waren, kamen die Steuern jetzt zu ihnen.

Zum Dank an den Bauern Köbes erließ der Kurfürst eine Verordnung, dass es nicht erlaubt war, die Tauben währen der Saatzeit frei fliegen zu lassen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Historie des Schlossturms

Von 1260 bis 1872 bzw. 1896 bestand das Düsseldorfer Schloss, anfangs als Niederungsburg der Grafen Berg und nach den Ausbauten als herzogliches, kurfürstliches Residenzschloss der Herren Wilhelm dem Reichen, Jan Wellem und Carl Theodor. An der Südseite wurde ein Anbau hinzugefügt, in dem eine Gemäldegalerie beherbergt war. Auch eine Münzprägeanstalt war in dem Schloss untergebracht. Später wurde auch die Kunstakademie hier aufgenommen. 1845 wurde das ehemalige Residenzschloss, unter Friedrich Wilhelm IV. zum Provinziallandtag der Rheinprovinz ausgebaut.

1758 und 1794 bei der Beschießung der Franzosen wurde das Schloss stark beschädigt. In der Nacht zum 20.3.1872 brannte das Schloss größtenteils ab. Der nicht durch die Flammen zerstörte Südflügel wurde 1896 abgerissen. Als einzige Erinnerung an das Herzogschloss ist der fast unbeschädigte Schlossturm übriggeblieben.

Der erhaltene Schlossturm, ursprünglich erbaut aus Sandsteinquadern und Trachyt hat im Laufe der Zeit verschiedene Wandlungen durchgemacht. So wurde die Außenseite durch Ziegel verstärkt. 1499 wurde das 3. Stockwerk aufgebaut.  Die ursprüngliche Spitzhaube auf dem 3. Stockwerk wurde später durch eine Kuppel mit Zwiebeldach ausgetauscht. 1552 wurde der Turm um ein viertes Geschoss, mit toskanischen Säulen, erweitert. In den 1820er Jahren wurde wieder eine Spitzhaube auf den Turm gesetzt, die jedoch 10 Jahre später durch einen starken Sturm geschädigt wurde.

Nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelm IV. wurden Wiederaufbaupläne des Schlosses geschmiedet. Friedrich Wilhelm hatte schon dafür gesorgt, dass der Kölner Dom fertiggestellt und der Bergische Dom erneuert wurde. In der Zeit von 1845 bis 1848 wurde der Bau vollzogen. Das Schloss wurde als Provinzial-Ständehaus und zur Unterbringung der Kunstakademie genutzt und der Turm erhielt ein fünftes Stockwerk. Das fünfte Stockwerk auf dem Schlossturm wurde mit Rundbogenfenstern und einer Plattform, die mit einer roten Sandsteinbrüstung umgeben war, versehen. Das Schieferdach allerdings musste weichen. Da die Pläne eigenhändig vom König entworfen waren, waren die Düsseldorfer Bürger sehr stolz und schätzten ihren Schlossturm. Ein weiterer Brand des Schlosses 1872 versetzte das Schloss erneut in eine Ruine.

Auf der ehemaligen Fläche der Burganlage entstand der Burgplatz. Hier thront der 33 Meter hohe Schlossturm mit einem, im Jahr 1950 entstandenen Zeltdach, und beheimatet seit 1984 das Schifffahrtsmuseum. Die Wetterfahne auf dem Dach stellt einen Feuerbläser dar, der an den Schlossbrand von 1872 erinnern soll. Die Innenarchitektur wurde 20021 erneuert.

Der Schlossturm ist ein Wahrzeichen Düsseldorfs. Er wird von jedem vorbeifahrenden Schiff gesehen, kommt in vielen Düsseldorfer Liedern, besonders in Karnevalsliedern vor, und ist durch seinen Bekanntheitsgrad oftmals ein Treffpunkt. Zur Weihnachtszeit stehen hier zusätzlich viele Weihnachtshäuschen und ein Riesenrad und nicht nur Düsseldorfer zieht es hier her.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Hatte der Hummelschwarm das Leiden ausgelöst?

Im Sommer 1676 ging es den Menschen in Düsseldorf und Raum Mettmann plötzlich gesundheitlich sehr schlecht. Sie litten an starken Bauchschmerzen mit blutigen Durchfällen und konnten sich kaum auf den Beinen halten. Von circa 8000 Bürgern sind 900 Menschen gestorben. Niemand konnte sich so recht erklären, warum es den Menschen so schlecht ging.

Wahrscheinlich wurde die Dysenterie durch pfälzische Soldaten eingeschleppt, dachten sich die einen. Viele Knechte und Mägde liefen aus der Stadt, da sie Angst hatten, sie könnten sich bei den Erkrankten anstecken. Da sich die Krankheit rasant verbreitete, ging man davon aus, dass die Übertragung durch Keime in der Luft ermöglicht wurde. Somit ließ man die Straßen gründlich reinigen und Wacholder wurde verbrannt, um die Keime in der Luft abzutöten.

Auch der Bürgermeister von Mettmann wurde auf die gefährliche und ansteckende Krankheit der Düsseldorfer aufmerksam.  Jeder sprach über die Seuche und versuchte herauszufinden, was der Auslöser war. So beobachtete der Bürgermeister von Mettmann einen großen Schwarm Hummeln. Ebenfalls wurden Hummeln in der Nähe eines Hauses an der Hahnenfurth entdeckt. Von hier aus gehen die Wege nach Mettmann, Gruiten und Neandertal-Erkrath. Und genau an diesen drei Orten hat sich die Seuche in 30 Häusern ausgebreitet.

Welche These nun die richtige ist, hat man nie herausgefunden.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs– Die gerühmten Glocken von Ratingen

1498 wurde die größere von zwei Glocken der Ratinger Pfarrkirche gegossen. Diese Glocke wiegt 74 Zentner und erzählt eine schöne Geschichte.

Als Ratingen im Krieg von fremden Söldnerherren belagert wurde, hatte die Bevölkerung Angst, dass die Stadt von Feinden eingenommen und die Glocke ihrer Kirche abgehangen und eingeschmolzen werden könnte. Daher hängten die Bürger die wertvolle Glocke selbst ab und vergruben sie an einem geheimen Ort.

Nach dem Krieg wusste keiner mehr, wo die Glocke vergraben wurde, bis eines Tages die Tiere eines Schweinhirtens nach Futter suchten und die Glocke zum Vorschein kam. Feierlich wurde die schwere Glocke zurück in die Pfarrkirche gebracht.  Die zweite Glocke, die mit 55 Zentnern etwas leichter ist, hatte einen ebenso schönen Klang, wie die große Glocke, die liebevoll „Märch“ genannt wurde. Die kleinere Glocke wurde 1523 gegossen. Zusammen ertönte ein himmlischer Klang, auf den auch die Domherren zu Köln aufmerksam wurden. Sie schlugen den Ratingern einen Tausch vor. Doch die Bürger lehnten die größte Glocke des Doms zu Köln ab. Die Kölner wollten den Ratingern den Tausch aber schmackhaft machen und boten ihnen so viele Talerstücke zusätzlich an, wie man auf den Weg von Köln nach Ratingen hintereinanderlegen könnte. Doch auch auf dieses Angebot gingen die Ratinger Bürger nicht ein und so blieben die Ratinger bis heute im Besitz der beiden Glocken.

Die römisch-katholische Pfarrkirche, St. Peter und Paul, entstand als Sakralbau mit zwei Chorflankentürmen und einem viergeschossigen Westturm, im 12. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert wurde der Bau durch eine fünfjochige und dreischiffige Hallenkirche im gotischen Stil ersetzt und im 19. Jahrhundert erweitert. Ein sechseckiges Chorhaus mit Zeltdach im neogotischen Stil wurde gebaut und hat die Kirche erweitert. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche teilweise zerstört und anschließend in Teilen nach und nach wieder aufgebaut. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche teilweise umgestaltet und renoviert. Im Turm hängt heute ein Geläut auch 8 Glocken mit wunderschönen Klängen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der verdammte Muggel

In den 60er und 70er Jahren trieb ein Wilddieb im Eller Forst und Bilker Busch sein Unwesen. Ein Kerl mit krummen Beinen, rotem Bart, mit federgeschmücktem Jägerhut und Holzschuhen hielt die Leute zum Narren, denn die Holzschuhe trug er seitenverkehrt und führte die Förster in die Irre. Obwohl die Förster hinter ihm her waren, haben sie ihn nicht erwischt. Zu einem Förster, der ihn gesehen hat, soll er gesagt haben: „Keel, loop, sons moß ech dech dootscheeße“ – Kerl, lauf, sonst muss ich dich totschießen. Letztlich wurde für ihn, egal ob tot oder lebendig, ein Preisgeld ausgesetzt, aber der Muggel hielt sich in Grafenberg versteckt und wurde dort von Leuten mit Essen und Getränken versorgt.

Ein alter Brauch besagte, dass im Aaper Wald einmal im Jahr ein Rehbock geschossen werden darf. Dies gab zum Anlass, einen feuchtfröhlichen Jagdausflug daraus zu machen. Da hatte der Muggel eine Idee. Er holte sich einen Ziegenbock, scherte ihn und färbte ihn braun. Dann band er ihm Disteln und Dornen unter den Schwanz, damit der Ziegenbock wild davonlief. Somit rannte dieser der Jagdgesellschaft direkt vor die Flinte.

Zwei Tage später wurde ein Sack mit dem richtigen Rehbock und einem Gruß vom Muggel durch einen Boten zum Rathaus gebracht.

Hatte der Muggel sonst das Wild geschossen, verkaufte er es irgendeinem Gastwirt. Der Verkauf stellte kein Problem dar, denn die Gastwirte schätzten das gute Fleisch. Aber damals gab es noch die Schlacht- und Mahlsteuer auf eingeführte Waren, die von Zollbeamten überprüft wurde. Diese wollte der Muggel natürlich nicht entrichten und ließ sich wieder eine List einfallen.

Mit einem schweren Sack auf dem Rücken kam er zum Ratinger Tor. Die Zollbeamten forderten ihn auf den Sack zu öffnen. Heraus sprang aber nur ein Hund, den der Muggel auf irgendeinem Bauernhof angelockt und mitgenommen hatte, um die Zöllner hinters Licht zu führen. Er schimpfte mit den Zollbeamten als der Hund erschrocken davonlief. Beim nächsten Mal hatte der Muggel wieder einen Sack auf dem Rücken, und die Zöllner ließen in passieren, ohne hineinzuschauen, weil sie dachten, es wäre wieder sein Hund darin. Diesmal hatte er aber einen geschossenen Rehbock im Sack, den er den Gastwirten verkaufte.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die größte Kirmes am Rhein

 

Die größte Kirmes am Rhein, auch Rheinkirmes genannt, ist eins der größten Volksfeste Deutschlands. Um genau zu sagen, das viert größte Volksfest, neben dem Münchner Oktoberfest, dem Cannstatter Volksfest und der Cranger Kirmes. Rund 4 Millionen Besucher, aus dem In- und Ausland, werden jedes Jahr auf den linksrheinischen Rheinwiesen erwartet.

Das zehntägige Volksfest, welches seit 1970 auf der Seite des Stadtteils Oberkassel stattfindet und vom St. Sebastianus-Schützenverein 1316 e.V. ausgerichtet wird, findet in Gedenken an den Stadtpatron St. Apollinaris von Ravenna und als Kirchweihfest der katholischen Basilika St. Lambertus statt. Seit 1436 bereits, wird die Tradition des Vogelschießens aufrecht gehalten.

Die größte Kirmes am Rhein ist selbstverständlich mit trächtigen Einnahmen ein großer und wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt Düsseldorf. Das Fest folgt traditionellen Festverläufen und beginnt freitags um 17 Uhr mit der Eröffnungsfeier durch den Oberbürgermeister. Festzüge, Gottesdienste, Parade, Amtseinführung des Schützenkönigs, Pink Monday, Königsschießen, Krönungsbälle, Prozession, Zapfenstreich und ein großes Feuerwerk finden in den 10 Tagen statt, während auf den Rheinwiesen die Fahrgeschäfte, Los- und Schaubuden, Fressbuden, Getränke-Pavillons und Festzelte, musikalische Unterhaltung und viele andere Aussteller ihren Geschäften nachgehen. Alljährlich findet die Rheinkirmes mit vielen Attraktionen in der dritten Juliwoche des Jahres statt. Besonders schön ist das Spektakel am Abend, wenn die Kirmes hell und bunt beleuchtet ist.

Der Pink Monday entwickelte sich in den vergangenen 20 Jahren zunehmend. Hier treffen sich montags rd. 50.000 Homosexuelle und feiern 2023 bereits das 43. Mal dieses Fest. Unter dem Motto „see and be seen“ – sehen und gesehen werden, ist es nicht nur für Gleichgesinnte ein buntes Spektakel, sondern auch für alle anderen Besucher der Kirmes ein sehenswertes Schauspiel.

Am letzten Kirmesfreitag findet gegen 22.30 Uhr ein beeindruckendes Feuerwerk statt. Der Höhepunkt auf den Rheinwiesen dauert ca. eine halbe Stunde und endet mit einem tosenden Goldfinale. Eine besonders tolle Sicht hat der Zuschauer vom Altstadtufer aus oder von den Rheinbrücken, die für den Verkehr gesperrt sind.

Seit einigen Jahren streiten sich die Ausrichter des Festes mit der katholischen Kirche um den Namen. Während der Ausrichter das Volksfest „Größte Kirmes am Rhein“ benennen will, möchte die Kirche eine Umbenennung in „Apollinaris-Kirmes“ herbeiführen, um auf den religiösen Hintergrund aufmerksam zu machen. Auch der ausrichtende Schützenverein argumentiert und tendiert zu „Größte Kirmes am Rhein“, weil der Name bei den Menschen bekannt ist und somit einen großen Werbefaktor trägt und auch auf deren Internetseite so zu finden ist.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der verschwundene Itterbach

Der Stadtteil Itter erhielt seinen Namen durch den Itterbach, der früher mitten durch den Ort floss. Der Itterbach war von großem Nutzen. Durch die Kraft des Wassers wurde eine Mühle angetrieben. Das klare Wasser nutzte man zum Waschen der Wäsche. Selbstverständlich wurde das Wasser auch für die Pferde und das Vieh genutzt. Südlich der Kirche, an der Bachbiegung stand ein altes, steinernes Kreuz. Jeder der vorbei kam, verrichtete ein Gebet.

Als im Frühjahr 1757, als Oberst Fischer mit seinen französischen Soldaten nach Itter kam, um gegen den Preußenkönig zu kämpfen, plünderten sie das Dorf und misshandelten die Bürger. Die Kirche war gut verschlossen, so dass sie dort ihre Schandtaten nicht vollbringen konnten. Aber sie vergangen sich an dem Christusbild. Mit einem Strick und vorgespannten Pferden stürzten sie das Steinkreuz um, welches dann zertrümmerte. Die Steinbrocken lagen am Wegesrand und der Kopf rollte den Abhang hinunter, viel in den Bach und verschwand im Schlamm. 7 Jahre Krieg haben ihre Opfer gefordert. Leid und Hunger brachen ein. Niemand hatte Kraft noch Muße das Steinkreuz wieder aufzurichten. Nach dem Krieg war der Bach verschwunden und das Wasser musste nun eimerweise aus dem Brunnen geschöpft werden. Warum war der Bach verschwunden?

Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Der Kurfürst Theodor wollte in Benrath ein neues Schloss bauen. Der Schlosspark sollte mit Teichen und Wasserspielen angelegt werden. Daher wurde der Itterbach umgelegt. Der eigentliche Verlauf des Baches verlief über die Paulsmühle, den Kappelerhof, Niederheid, Haus Elbroich bis nach Itter. Das deutlich zu erkennende Bett diente als Jagdgrenze der beiden Schlossherren von Mickeln und Elbroich. Dies zu lesen ist auf der Inschrift der Brücke an der Straße, die nach Himmelgeist führt. Der Kurfürst ließ den Bach durch ein neu angelegtes Bett von Hilden bis zum Schlosspark verlegen. Entlang der Ostseite des Parks floss der Bach weiter von Benrath nach Urdenbach und mündete unterhalb der dortigen Wassermühle in den Rhein.

Die Bauern von Itter hatten somit weder Wasser noch eine funktionierende Mühle. Eines Tages hatten sie sich vorgenommen das Bachbett vom Schlamm zu befreien und fanden den Steinkopf. Da das Steinkreuz zur täglichen Andacht gedient hatte, beschloss der Pfarrer, Wilhelm Moritz Krautwig, den steinernen Christuskopf über dem Eingang seiner Kirche einzusetzen. Dort ist er bis zum heutigen Tag zu beschauen. Der Eingang der Kirche wurde jedoch 1862 auf die Südseite verlegt.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Entführung des kleinen Kaisers

Hoch über dem Rhein liegt in Kaiserwerth die Ruine der alten Kaiserpfalz. Mit dem Bau der Kaiserpfalz zu Kaiserswerth soll 1184 durch Befehl des Kaisers Friedrich Barbarossa begonnen worden sein. Bereits zuvor stand an selbiger Stelle eine kaiserliche Burg in der sich die deutschen Kaiser von Zeit zu Zeit aufgehalten hatten. 1062 soll es hier zu einem schlimmen Ereignis gekommen sein. Als Kaiser Heinrich der III. auf dem Sterbebett lag hatte er den Kölner Erzbischof Anno beauftragt, seinen 6 -jährigen Sohn zu beschützen und zu erziehen. Die Mutter des kleinen Heinrich dem IV. wollte dem Erzbischof jedoch die Vormundschaft nicht übertragen. Einer der Gründe war, dass der Bischof somit auch wesentliche Teile der Reichseinnahmen für sich hätte beanspruchen können. Im Jahr 1062 weilte die Mutter Agnes von Poitou mit ihrem Sohn auf der kaiserlichen Burg in Kaiserwerth, als plötzlich ein prachtvolles Schiff auf dem Rhein gesichtet wurde. So ein prächtiges und reich verziertes Schiff hatte man zuvor in Kaiserwerth noch nicht gesehen. Die Bevölkerung rannte schnell zum Ufer, an dem das Schiff anlegte. Die Bürger staunten, fielen ehrfürchtig nieder und bekreuzigten sich. In einem prächtigen Ornat schritt der Erzbischof Anno von Köln an Land. Er nahm die Huldigungen des Volkes an und zog in Begleitung zur kaiserlichen Burg. Selbstverständlich frug sich das Volk, welchen Grund oder politischen Zweck der Bischof wohl zu haben schien, dass er persönlich auf die Burg nach Kaiserwerth kam. Freundlich trat er der Witwe Agnes von Poitou entgegen, die ihm und seinen Begleitern Einlass gewährte und ihn willkommen hieß. Ein Festmahl wurde zubereitet und Wein wurde gereicht. Nach dem Festmahl führte der Erzbischof den bereits 12-jährigen Kaisersohn ans Fenster, um ihm das opulente Schiff zu zeigen. Er schwärmte auch vom Inneren des Schiffes und erklärte ihm die Konstruktion und erzählte von Dingen, die es im Schiff zu bestaunen gäbe. Schließlich hatte er den Jungen so neugierig gemacht, dass dieser sich das Schiff von Nahem anschauen wollte.  Gerade auf dem Schiff angekommen, kamen die Begleiter des Erzbischofs herbeigeeilt, zogen den Anlegesteg ein und stießen mit Rudern in kräftigen Schüben das Schiff von der Anlegestelle ab. Niemand hatte mehr die Möglichkeit einzugreifen und den jungen Kaiser an Land zu holen. Als die Bevölkerung und auch die Mutter des Jungen bemerkten, dass der junge Kaiser Heinrich der IV. entführt wurde, schrien Sie wütend dem Schiff hinterher. Selbst das Weinen der Mutter konnte den Erzbischof von Köln nicht aufhalten, den Jungen mitzunehmen. An Bord hatte man den jungen Kaiser zunächst gewaltsam festgehalten, bis das Schiff weit genug vom Ufer entfernt war. Auch der Junge ahnte schon bald, was hier mit ihm geschehen sollte und sorgte sich um sein Leben. Mit den Worten:“ Mörder! Mörder!“ sprang er über Bord in den Rhein. Schnell sogen sich seine Kleider voll Wasser und die Kälte machte sich in seinen Gliedern bemerkbar. Graf Eckbert von Braunschweig, ein Gefolge des Erzbischofs Anno, sprang hinterher und rettete den Jungen vor dem Ertrinken. Somit musste der junge Kaiser doch seine Jugend im Erzbistum Köln verbringen und stand unter der Aufsicht von Erzbischof Anno.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Frau im Schlossturm

1585 wurden Jakobe von Baden und Herzog Johann Wilhelm in Düsseldorf vermählt. In der Stadt fanden tagelange Festlichkeiten und Turniere statt und auf dem Rhein fuhren beleuchtete und als Drachen und Ungetüme verkleidete Schiffe stromauf- und stromabwärts.  Ein wahres Schauspiel fand zu Ehren des holden Hochzeitspaares statt. So etwas hatte das Volk zuvor noch nie gesehen. Leider war dem Paar das Glück nicht lange treu. Johann Wilhelm erkrankte an Depressionen und Verfolgungswahn. Seine Gemahlin versuchte nach dem Tod ihres Schwiegervaters, die Regierungsgewalt zu übernehmen. Sie unterlag jedoch den politischen Ränkespielen ihrer Schwägerin Prinzessin Sibylle. Sibylle hetzte zusätzlich noch den Bergischen Marschall Waldenburg auf, der Jakobe verhaften ließ und im Schlossturm gefangen hielt. Jakobe versuchte Beweise zu finden, um ihre Schuld zu widerlegen. Sie hoffte auf ein baldiges Ende in Gefangenschaft, doch am 3. September 1597 fand man sie tot in ihrem Bett. Offiziell sei sie an einem Schlaganfall gestorben. Doch Gerüchte machten sich in der Stadt breit, dass man sie erwürgt hätte. Woran sie nun wahrhaftig gestorben ist, wurde nie richtig aufgeklärt.

Wie soll es auch anders sein, natürlich hatten die Menschen viel darüber zu erzählen. Manche habe anschließend sogar die weiße Frau in langem Gewand durch das Schloss schweben sehen. Andere erzählten am Hals der weißen Frau einen roten Streifen gesehen zu haben. Wiederum andere behaupteten, sie hätte ihren Kopf unter dem Arm getragen. Und manche haben sogar ein leises Wimmern gehört.

Wie auch immer es gewesen sein mag, heute erinnert nur noch der alte Schlossturm am Rheinufer an das kurfürstliche Schloss.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Das Heinrich Heine Geburtshaus

Im 17. Jahrhundert wurde das Wohn- und Geschäftshaus auf der Bolkerstraße 53 errichtet. 1797 wurde der Dichter und Journalist Heinrich Heine hier geboren. 1809 war das Haus im Besitz der Familie Mendel. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Tochter der Mendels das Haus an den Holzlieferanten für Zeichen- und Malutensilien, Stephan Schoenfeld verkauft. In dem Geschäft des Hauses verkaufte die Familie Schoenfeld bis 1880 Künstlermaterialien. Der Sohn von Stephan Schoenfeld gründete 1862 eine Farben- und Firnisfabrik, die später in das Unternehmen Lukas Künstlerfarben wechselte. Ab 1881 wurden die Geschäftsräume von dem Schlachter Theodor Hüls übernommen, der eine Metzgerei führte. Nach seinem Tod wurde die Metzgerei noch bis 1889 von seiner Frau weitergeführt und anschließend von dem Metzger Bernhard von der Beck übernommen. Wilhelm Weidenhaupt wurde 1910 neuer Eigentümer und gründete eine Bäckerei.

Das Haus wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt und die Familie Weidenhaupt baute es wieder auf. Die Geschäftsräume wurden zu einem Wirtshaus umgebaut und verschiedene Gaststätten und Kneipen hielten Einzug. 1981 führte die Brauerei Hannen die „Heines Bierakademie“.

Bekannt ist die Mata-Hari-Einkaufspassage, die 1970 eröffnete. Der Teil des Hauses, in der Heinrich Heine geboren wurde, blieb bis 2002 erhalten. Hier stand derzeit ein Brunnen mit der Büste von Heinrich Heine. Leider wurde der Brunnen 2006 abgerissen und die Büste fand ihren Platz im Vortragssaal der Buchhandlung Müller & Böhm im Heine Haus.

Am 17.02.2006 wurde der umfangreiche Umbau und die Sanierung des Heinrich-Heine-Hauses abgeschlossen. Das Heine Haus wurde erst als Zentrum für Literatur geführt und seit 2017 zum Heine Haus Literaturhaus Düsseldorf umbenannt.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die zwei Äffchen

Der Besitzer der Krim auf der Liefergasse 22 besaß zwei kleine Äffchen. Die beiden Äffchen waren stets zusammen, waren sehr gelehrig und schauten sich so manche Handlungen ihres Besitzers ab.

Eines Tages hatte sich der Herr Baron vor einem Spiegel rasiert. Wie immer schauten ihm seine Äffchen interessiert und neugierig dabei zu. Als der Baron das Zimmer verlassen hatte, vergaß er sein Rasierbesteck wegzupacken. Da nahm sich ein Äffchen den Rasierpinsel und schäumte sich das Gesicht und den Hals mit der Rasiercreme ein, genauso, wie es das bei seinem Besitzer gesehen hatte. Es schaute in den Spiegel, nahm das Rasiermesser und schabte am Hals entlang, wie der Baron es gemacht hatte. Dabei schnitt sich das Äffchen in den Hals, traf die Schlagader und verblutete letztendlich.

Das zweite Äffchen, was alles mit angesehen hatte, war seitdem sehr traurig, wollte nicht mehr fressen und starb daraufhin am gebrochenen Herzen.

In Gedenken an diese beiden Äffchen wurde ein Wappen gefertigt, das an der Krim angebracht wurde. Nachdem einige Häuser auf der Liefergasse, so auch die Krim, wegen des Neubaus des Landgerichtes an der Mühlenstraße 1913 abgerissen wurden, wurde das Wappen an der Hofseite des Neubaus in einem Torbogen wieder angebracht, so dass die Geschichte der beiden Äffchen nie verlorengeht.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Entführung des kleinen Kaisers

Hoch über dem Rhein liegt in Kaiserwerth die Ruine der alten Kaiserpfalz. Mit dem Bau der Kaiserpfalz zu Kaiserswerth soll 1184 durch Befehl des Kaisers Friedrich Barbarossa begonnen worden sein. Bereits zuvor stand an selbiger Stelle eine kaiserliche Burg in der sich die deutschen Kaiser von Zeit zu Zeit aufgehalten hatten. 1062 soll es hier zu einem schlimmen Ereignis gekommen sein. Als Kaiser Heinrich der III. auf dem Sterbebett lag hatte er den Kölner Erzbischof Anno beauftragt, seinen 6 -jährigen Sohn zu beschützen und zu erziehen. Die Mutter des kleinen Heinrich dem IV. wollte dem Erzbischof jedoch die Vormundschaft nicht übertragen. Einer der Gründe war, dass der Bischof somit auch wesentliche Teile der Reichseinnahmen für sich hätte beanspruchen können. Im Jahr 1062 weilte die Mutter Agnes von Poitou mit ihrem Sohn auf der kaiserlichen Burg in Kaiserwerth, als plötzlich ein prachtvolles Schiff auf dem Rhein gesichtet wurde. So ein prächtiges und reich verziertes Schiff hatte man zuvor in Kaiserwerth noch nicht gesehen. Die Bevölkerung rannte schnell zum Ufer, an dem das Schiff anlegte. Die Bürger staunten, fielen ehrfürchtig nieder und bekreuzigten sich. In einem prächtigen Ornat schritt der Erzbischof Anno von Köln an Land. Er nahm die Huldigungen des Volkes an und zog in Begleitung zur kaiserlichen Burg. Selbstverständlich frug sich das Volk, welchen Grund oder politischen Zweck der Bischof wohl zu haben schien, dass er persönlich auf die Burg nach Kaiserwerth kam. Freundlich trat er der Witwe Agnes von Poitou entgegen, die ihm und seinen Begleitern Einlass gewährte und ihn willkommen hieß. Ein Festmahl wurde zubereitet und Wein wurde gereicht. Nach dem Festmahl führte der Erzbischof den bereits 12-jährigen Kaisersohn ans Fenster, um ihm das opulente Schiff zu zeigen. Er schwärmte auch vom Inneren des Schiffes und erklärte ihm die Konstruktion und erzählte von Dingen, die es im Schiff zu bestaunen gäbe. Schließlich hatte er den Jungen so neugierig gemacht, dass dieser sich das Schiff von Nahem anschauen wollte.  Gerade auf dem Schiff angekommen, kamen die Begleiter des Erzbischofs herbeigeeilt, zogen den Anlegesteg ein und stießen mit Rudern in kräftigen Schüben das Schiff von der Anlegestelle ab. Niemand hatte mehr die Möglichkeit einzugreifen und den jungen Kaiser an Land zu holen. Als die Bevölkerung und auch die Mutter des Jungen bemerkten, dass der junge Kaiser Heinrich der IV. entführt wurde, schrien Sie wütend dem Schiff hinterher. Selbst das Weinen der Mutter konnte den Erzbischof von Köln nicht aufhalten, den Jungen mitzunehmen. An Bord hatte man den jungen Kaiser zunächst gewaltsam festgehalten, bis das Schiff weit genug vom Ufer entfernt war. Auch der Junge ahnte schon bald, was hier mit ihm geschehen sollte und sorgte sich um sein Leben. Mit den Worten:“ Mörder! Mörder!“ sprang er über Bord in den Rhein. Schnell sogen sich seine Kleider voll Wasser und die Kälte machte sich in seinen Gliedern bemerkbar. Graf Eckbert von Braunschweig, ein Gefolge des Erzbischofs Anno, sprang hinterher und rettete den Jungen vor dem Ertrinken. Somit musste der junge Kaiser doch seine Jugend im Erzbistum Köln verbringen und stand unter der Aufsicht von Erzbischof Anno.

Die schönsten Fakten, Sagen und Geschichten Düsseldorfs – Die reichen Bauern von Niederkassel

Im linksrheinischen Niederkassel wurde früher fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben, da der Boden sehr fruchtbar war. Die Ernte fiel Jahr für Jahr reich aus und die Bauern verdienten sehr gut, so dass sie mit den Jahren immer hochmütiger wurden und mit ihrem Reichtum protzten. Besaß jemand nicht so viel Geld und konnte sich demnach auch nicht so viel leisten, wurde er verspottet und ausgelacht. Dem Pfarrer von Heerdt gefiel das gar nicht. Er versuchte oft die Bauern zu mäßigen und ihnen verständlich zu machen, dankbar zu sein, dass der Boden so viele Früchte trägt. Aber die Bauern ließen sich nichts sagen, sie hatten ja schließlich für ihr Geld gearbeitet. Und dass der Segen aus der Erde entsprang, war wohl Gottes Wille.

Ein Bauer jedoch überspannte den Bogen eines Tages. So hatte er ein Hufeisen aus Silber schmieden und seinen Namen eingravieren lassen. Dieses ließ er lose auf den Huf seines Pferdes schlagen und ritt über die Nachbardörfer. Als das Pferd das Hufeisen verlor, ging der Plan des Bauern auf. Einer der ärmeren Nachbarsbauern würde das Hufeisen finden und vor Neid erblassen, dass die reichen Bauern ihre Pferde mit silbernen Hufeisen beschlagen lassen können. Selbstverständlich sprach sich der Fund des silbernen Hufeisens schnell in der Nachbarschaft rum. Davon hörte auch der Pfarrer, der von der Prunksucht der reichen Bauern nicht begeistert war. In der Messe am kommenden Sonntag sprach er: „Kassel, Kassel, kannst den Hochmut nicht lassen! Mit Feuer oder Wasser straft Gott, die ihn hassen!“

Aber auch auf die Worte des Pfarrers wollten die Bauern nicht hören. So kam es kurze Zeit später, dass das Wasser des Rheins so hoch anstiegt, dass der Strom alle Dämme an der Rheinbiegung bei Heerdt und Niederkassels brach und alle Äcker überschwemmte. Von Kies und Sand bedeckt war auch die ganze Ernte kaputt. Hochmut kommt vor dem Fall!

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die schwarze Kapelle in Benrath

Von Zeit zu Zeit weilte eine bergische Gräfin, mit ihrem Gemahl, im Schloss Benrath. Gerne ging sie in den östlichen Wald, um dort in Ruhe zu beten. Eines Tages lief sie etwas tiefer in den Wald als gewöhnlich, als sie plötzlich einen frommen Gesang hörte. Da die Gräfin sehr gottesfürchtig war schaute sie nicht nach, woher der Gesang kam, sondern lief zurück zum Schloss und erzählte ihrem Mann von den Gesängen. Dieser nahm sofort seine Waffen und ging mit seiner Frau zurück zu dem Waldstück, wo sie die Gesänge gehört hatte. Als sie nun dort angekommen waren, sahen sie einen großen mächtigen Baum mit einem hohlen Stamm, in dessen Inneren ein Bild von der Jungfrau Maria, umringt eines hellen Lichtes, zu sehen war.  Darüber stand folgende Schrift: „Maria im Lichterschein will hier verehret sein.“ Die Gräfin veranlasste sofort an dieser Stelle eine Kapelle bauen zu lassen, die ein Ziel vieler Wallfahrer werden sollte.

Nach vielen Jahren zogen Soldaten durchs Land. Sie plünderten die Städte und hielten auch in Benrath Einzug. Die Soldaten stürmten das Kirchlein während eines Gottesdienstes und zwangen den Priester die Kapelle zu verlassen. Alle anderen Anwesenden des Gottesdienstes sollten Fässer mit Wein und ihr Vieh holen. Die Tiere wurden in der Kapelle geschlachtet und vor der Kapelle auf großen Feuern gegrillt. Die Soldaten veranstalteten daraus ein grausames Saufgelage.

Nachdem die Truppen endlich das Land wieder verlassen hatten, war die Kapelle in einem abscheulichen Zustand. Das Innere der Kapelle, nach dem Schlachten, mag ein jeder sich vorstellen können. Die Außenwände waren schwarz vom Ruß. Die Bauern wollten die Wände der Kapelle wieder kälken, aber so sehr sie sich auch bemühten, die Wände wollten einfach nicht wieder weiß werden.

Anscheinend sollte dies ein Zeichen dafür sein, dass die Jungfrau Marie und Gott hier nicht mehr verehrt werden wollten. Das Kirchlein blieb schwarz und man nannte es nur noch die „schwarze Kapelle“.

Diese Kapelle stand zur damaligen Zeit östlich des Benrather Schlosses und wurde im vorigen Jahrhundert abgerissen. Lediglich vier Linden erinnern noch an sie.

 

Der Kuhhirt von Benrath

1848 standen die Wahlen zum ersten Vereinigten Landtag in Preußen an. Für die Vorwahl hatte die Bürgermeisterei Benrath auch einen Wahlmann aufzustellen.  Zwei Kandidaten stellten sich zur Wahl. Zum einen der Bürgermeister und zum anderen der Gemeindekuhhirt, der für Benrath eine große Persönlichkeit darstellte, da ihm das kostbare Rindvieh anvertraut wurde. Da die Wahl mit einer Stimmengleichheit ausging sollte das Los entscheiden. Der Bürgermeister verzichtete aber auf das Amt des Vertreters und ließ dem Kuhhirten den Vortritt, welcher dann als Vertreter Benraths an der Hauptwahl der Abgeordneten für den Bezirk teilnahm. Der Kuhhirt wurde alljährlich von den weideberechtigten Bauern gewählt und gefeiert. Abends nach der Wahl wurde er mit einem Fackelzug über die damalige Viehstraße (heute Forststraße) und über die Schulstraße ins Dorf zum Gemeindehaus geleitet. Hier wurde er dann dem Bürgermeister vorgestellt.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Stiftskirche St. Hippolyt in Gerresheim

Ritter Gerrich lebte vor über 1000 Jahren in Gerresheim. Er hatte das ganze Land in der Umgebung seines Rittersitzes, für seine treuen und tapferen Kriegsdienste, von Kaiser Karl erhalten.  Der Ritter liebte das Leben, und genauso wie Kurfürst Jan Wellem, auch die Jagd. Er lebte in Saus und Braus, genoss das gute Essen auf der festlichen Tafel, trank gerne guten Wein und unterhielt sich mit anderen Gesellen mit Würfelspielen bis spät in die Nacht.  Ritter Gerrich war immer beschäftigt, nur Zeit für die Messe und den Herrgott hatte er nie.

Eines Tages verstarb urplötzlich seine Frau und auch sein Sohn erkrankte wenige Wochen später an hohem Fieber und verstarb ebenfalls. Doch das Unglück nahm leider noch kein Ende. Als seine Tochter Wein aus dem Keller holen wollte, stürzte sie die Kellertreppe hinunter und war für den Rest ihres Lebens davon gezeichnet. Sein Leben, mit all seinen Festen, Jagdausflügen, Zechen und Würfelspielen zog an ihm vorüber. Alles machte nun keinen Sinn mehr, weshalb er die Jagdhörner verkaufte, die Würfel in den Schlossgraben warf und die Musikanten, die sein Schloss mit Musik gefüllt hatten, fortschickte. Still wurde es um ihn herum. Tagelang blickte er aus dem Fenster hinaus in die weite Landschaft. Seine Zukunft schien dahin zu sein. So sagte er sich Stunde um Stunde: „Was hilft mir mein Schloss und mein ganzer Reichtum, wenn ich keinen Sohn mehr habe, der einst meine Schätze erben kann, und wenn meine Tochter nicht heiraten kann?“

Der Ritter kam auf die Idee ein Kloster von seinem Geld bauen zu lassen. Und seine Tochter sollte die erste Äbtissin werden. Gesagt, getan. Schon bald wurde das Kloster in Gerresheim durch Baumeister und Handwerker errichtet und Nonnen konnten einziehen. Gerrich stellte aber schon bald fest, dass die alte Schlosskapelle viel zu klein war für die vielen Nonnen. Alsbald gab er den Bau einer großen, stattlichen Klosterkirche in Auftrag. Das Handwerk stoppte, als dem Ritter das Geld ausging. Eines Tages jedoch kam ein Mann, gekleidet wie ein Baumeister, zu ihm, und sprach:“ Gerrich, ich will dir helfen, das Bauwerk zu vollenden!“ Über das Angebot war der Ritter sehr glücklich und nahm es dankend an. Doch dachte er bei sich, dass ihm das Gesicht des Mannes bekannt vorkäme und der Gedanke, dass es einer der früheren Freunden wäre, der ihm beim Glücksspiel viel Geld abgenommen hatte, ließ ihn nicht los.

Bald schon begonnen die Bauarbeiten und schon nach einer Woche konnte der goldene Hahn auf die Kirchturmspitze gesetzt werden. Der vermeintliche Baumeister kam zu Ritter Gerrich und stellte eine Forderung:“ Ich kann das Beten und Singen nicht vertragen, deshalb will ich das Gebäude zu einer Herberge machen, die Gäste sollen trinken, spielen und fröhlich sein können. Gerrich merkte plötzlich, dass es der Teufel selbst gewesen war, der ihm geholfen hatte und antwortete: “Nein, ich will, dass es zum Gotteshaus werde.“ Der Teufel schlug ihm zur Entscheidung ein Würfelspiel vor. „Wer gewinnt, darf bestimmen, was aus dem Bauwerk werden soll!“.  Sicher, dachte der Ritter, wird der Teufel betrügen und entgegnete ihm: „Dem Würfeln habe ich schon lange abgeschworen. Lass uns lieber auf den Kirchturm steigen und aus den Schalllöchern der Glocke springen. Wer am weitesten springen kann, hat gewonnen und darf mit dem Bau machen, was er will.“ Der Teufel hielt sich für den besseren Springer und schlug ein.

Die beiden kletterten auf den Kirchturm. Gerrich vertraute auf die Hilfe Gottes und der Teufel dachte, dass der Mensch den übernatürlichen Kräften nicht gewachsen sei. Der Teufel sprang zuerst aus dem Schallloch und blieb mit seinem Pferdefuß am Seil der Glocke hängen. Die nun an seinem Bein hängende Glocke zog ihn hinunter und er landete auf dem Boden. Auch Gerrich sprang. Und mit Gottes Hilfe sprang er über den Teufel hinweg bis auf eine Wiese. Der Ritter hatte die Wette gewonnen und schon bald wurde der Bau zur Kirche geweiht werden. Mit gesammelten Geldern konnte sogar eine neue Glocke aufgehangen werden.

Noch heute finden wir Erinnerungen des ehemaligen freiweltlichen Damenstifts St. Hippolyt an der Pfarrkirche St. Margareta.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die versteckte Tür des Quadenhofes in Gerresheim

Der malerische, alte Backsteinbau präsentiert sich südöstlich der Stiftskirche in Gerresheim. Dieser wurde Mitte des 15. Jahrhunderts zum Schutze des Damenstifts errichtet. Bekannt ist die Burg auch als „Offenhaus“ oder „Lehen des Herzogs“.

In einer Eckes eines Burgzimmers war ein Astpflock in einer mit Holz vertäfelten Wand eingearbeitet. Durch Druck auf diesen Astpflock öffnete sich eine versteckte Tür. Was sich dahinter verbarg, kann sich heute niemand mehr vorstellen.

Hinter der Tür führte ein schmaler Gang über steile Stufen hinunter unter die Erde. Der manneshohe Gang war circa 300 Meter lang und führte zu einer Eisentür. Hinter der eisernen Tür verbarg sich ein verlassener Keller mit einer drehbaren Schieferplatte. Und wiederum dahinter befand sich der Weinkeller des Klosters.

Eine Kanonissin soll sich in diesen Katakomben heimlich mit dem Ritter von Quad getroffen haben. Die Kanonissinnen dieses freiweltlichen Stifts hatten kein ewiges Gelübde abgelegt und daher konnten sie das Kloster wieder verlassen und heiraten. Als das heimliche Treffen aufflog, hat die Kanonissin das Stift verlassen und hat als ehrsame Hausfrau viele Jahre auf dem Quadenhof gelebt.

Wenn der Boden mit Frost oder Schnee bedeckt ist, kann man heutzutage noch Teile des Ganges oder der Grenzmauern des Klosters – da ist man sich nicht sicher – am Gerrikusplatz erkennen.

 

Die schönsten Sagen und Geschichten aus Düsseldorf – Gotteshand und Teufelshand

Zwischen dem Eller Forst und Unterbach wächst auf den sumpfigen Wiesen die Kuckucksblume oder auch Breitblättriges Knabenkraut und Ragwurz genannt. Wenn man die sumpfigen Wiesen betritt oder das Kraut mit der Wurzel herauszieht, macht es ein Geräusch. Durch das Eindringen der äußeren Luft in den sumpfigen, luftverdünnten Boden hört man ein leises „Knallen“, ähnlich wie beim Öffnen einer Korkenflasche.

Die Menschen waren früher sehr abergläubig und hielten die Pflanze als beseeltes Wesen und bezeichneten das Geräusch als Klagelaut der Pflanzen. Die Wurzeln sind in zwei Knollen geteilt, einer dunklen und runzeligen sowie einer hellen und glatten. Das Volk erzählte sich, dass sicher die helle Knolle aus Gotteshand und die schwarze aus Teufelshand sei. Eine einfache Erklärung besagt, dass die schwarze und runzelige Knolle aus dem Vorjahr und die helle, glatte Knolle die diesjährige ist.

Die Knollen hatten früher für die Menschen eine große Bedeutung. Die Hexen nahmen die dunklen Knollen für so manchen Teufelsspuk und die hellen Knollen, um sich vor dem Bösen zu schützen. Der Aberglaube versetzte Berge. So haben sich die Bauern mit der hellen Knolle geholfen, wenn das Vieh keine Milch geben wollte. Die Knolle wurde einfach in ein Säckchen gepackt und an den Futtertrog gelegt.

Tatsächlich haben manche Knollen eine heilende Wirkung. So zum Beispiel das „Männliche Knabenkraut“ (Orchis mascula), welches kugelförmige Knollen besitzt, und getrocknet als Heilmittel gegen Brechdurchfall bei Säuglingen verwendet wird.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Der bestrafte Bauer im Neandertal

Das Jahr 1816 war das Jahr der totalen Missernte. Das Getreide war wegen des vielen Regen verfault, die Kartoffeln und Rüben waren erfroren. Das, was noch zu gebrauchen war, wurde um das 6-Fache teurer als zuvor. Die Menschen hatten versucht ihren Hunger mit wilden Früchten, Wildgemüse, Moss und Flechten zu stillen. Auf einem Hof im Neandertal lebte ein Bauer, der die Not ausnutze und horrende Preise für seine Ernte nahm. Nachdem er alsbald gestorben war, erzählten sich die Leute, dass er für seinen Geiz und das Ausnutzen der Not, mit dem Tode bestraft wurde. Seine Nachkommen hingegen sind gastfreundliche und gutherzige Menschen, die von ihren Nachbarn geachtet werden. Wahrscheinlich war das Verhalten des verstorbenen Bauern eine Warnung für sie, sich so nicht zu verhalten.

Neandertal liegt ca 10 Kilometer östlich von Düsseldorf auf einem Gebiet des Stadtteils Erkrath und der Stadt Mettmann.  Der fast unbebaute Talabschnitt an der Düssel erlangte seine Bekanntheit durch den Fund von fossilen Überresten eines Urzeitmenschen, dem Neandertaler. Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Kalksteinabbau die Naturfelsen zerstörte und das weitläufige Tal entstand, bekam das Gebiet den Namen Neandertal.

 

Haben Sie schon mal von der  Löwengrube in Erkrath gehört?

An der Ostseite der Düssel in der Nähe der Neanderhöhle befand sich die Löwengrube, die auch Wolfsschlucht genannt wurde. Sie hatte zwei Eingänge und eine Öffnung, die nach oben führte. Die Höhle bestand aus verwirrten Kalksintermassen. Wie es in der Sage heißt, haben die Löwen in der Höhle ihre Beute verzehrt. Ausgrabungen neuerer Zeit haben hier zahlreiche Knochen von Höhlenbären, Mammuts, Höhlenhyänen und von den Höhlenlöwen zu Tage gebracht. Unmittelbar neben der Höhle stürzte Wasser aus dem Laubach über einen 7,5 Meter langen Wasserfall in ein kleines Becken, welches dann in den Düsselbach mündete. Leider ist die Löwengrube, wie auch viele weitere Höhlen des Neandertals durch Sprengungen zugeschüttet worden. Und auch der Wasserfall, der durch, mit Moss bewachsene Felsen, begrenzt war, ist seit 1890 nicht mehr zu sehen.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Wissen Sie, wer Joachim Neander war?

Joachim Neander wurde 1650 in Bremen geboren. Er war Sohn eines Lehrers und studierte Theologie in Heidelberg. Seit 1674 war er Rektor der Lateinschule an der Bolkerstraße in Düsseldorf. In Frankfurt am Main lernte er Philipp Jakob Speners kennen. Ihn nahm er zu seinem Vorbild und führte in Düsseldorf Bibel- und Betstunden für gläubige Christen ein. Die Eigenmächtigkeiten Neanders gefielen dem Kirchenvorstand nicht, weshalb er Verwarnungen erhielt und als Pfarrer abgelehnt wurde.

An seinen schulfreien Tagen zog sich Neander gerne zurück an  einen Ort, an dem er seine Ruhe hatte, Erholung finden konnte und seine geistigen Lieder singen durfte.

Dieser Ort lag im Tal der Düssel östlich von Erkrath, heute bekannt als das Neandertal. Dort gab es eine Höhle, die Neanderhöhle, die damals aber ursprünglich Leuchtenburg hieß. Sie war die größte Höhle der sechs Höhlen im Neandertal und hatte ein Maß von 27 Metern in der Länge, 13,5 Metern Breite und eine Höhe von 4,8 Metern. An der Seite zum Bach hatte sie eine Öffnung, zu der man mit einer Leiter hinaufsteigen konnte. Zum oberen Höhleneingang konnte man über einen Fußpfad, an der Waldseite, gelangen.  Die Höhle bestand aus Kalkstein und in der Innenseite waren die Felsen mit Tropfstein überzogen. Früher sollen Wallfahrten zu der Höhle stattgefunden haben. Dann wurde sie durch Fackeln und Laternen erhellt und erhielt dadurch den Namen Leuchtenburg. Nahe am Abhang ragte ein großer Felsen hervor, auf den man sich bequem ausruhen und die weite Umgebung betrachten konnte. Dieser Felsen wurde Neanderstuhl genannt. Hier soll sich Joachim Neander zurückgezogen und seine Lieder komponiert und gesungen und in der Höhle soll er sich geflüchtet und eine Zeit dort als Einsiedler gelebt haben.

1890 ist die Höhle und der Felsen durch Sprengungen vernichtet worden.

 

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Das Düsseldorfer Stadtwappen

Graf Adolf verlieh der Stadt Düsseldorf das Stadtwappen. Ein roter, aufrechtstehender, bergischer Löwe, blau gekrönt und mit blauer Zunge und doppeltem Schwanz und mit einem blauen Anker in seinen Klauen auf einemsilbernen Schild.

Der Sage nach hat Graf Adolf gesagt:“ Gebt ihm einen Anker in die Klauen, damit er etwas zu tun hat und nicht aus Langeweile die Bürger mit Steuern plagt!“

Neben dem Stadtwappen führte Graf Adolf die Schöffenwahl, Gerichte, die Zollfreiheit, Jahrmärkte und Wochenmärkte ein.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Die Düsseldorfer Radschläger

Nach der Schlacht von Worringen zog Graf Adolf von Berg mit seinen Genossen und seinem Geleit zurück nach Düsseldorf. Herzog Johann von Brabant überließ er bis Heerdt sein Geleit, damit er noch vor der Dunkelheit der Nacht über den Rhein setzen konnte. Am Ufer angekommen, sprang er von seinem Floß auf den Kies und freute sich seines Lebens, dass er wieder daheim war. Als Erster angekommen holte er sein Ross ans Ufer und alle anderen folgten ihm. Einige waren verletzt und gezeichnet von der Schlacht. Zuletzt holten sie das Pferd des Erzbischofs Sigefried an Land, welcher ein grimmiges Gesicht zog. Jungs aus dem Dorf kamen ans Ufer gelaufen, um die Heimkehrer, die Rüstungen, die Waffen und die Fahnen zu beschauen. Graf Adolf wollte den Erzbischof etwas aufheitern und frage die Knaben, ob sie nicht etwas Lustiges wüssten. Die Jungs fingen an auf ihren Händen zu laufen, Purzelbäume und Räder zu schlagen. Alle krümmten sich vor Lachen, nur der Erzbischof von Köln blieb ernst. Seitdem wird das Rad in Düsseldorf zur Freude geschlagen und die Radschläger bekamen ihren Namen.

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten aus Düsseldorf – Haben Sie schon mal von dem schiefen Turm von Düsseldorf gehört?

Der schiefe Turm von Düsseldorf befindet sich an der Lambertuskirche. Er ist ein Wahrzeichen Düsseldorfs. Eigentlich ist der Kirchturm gar nicht schief, sondern wenn überhaupt nur das Turmdach. Aber schief ist auch nicht die richtige Bezeichnung, denn er ist nur in sich verdreht.

Früher erzählten sich die Leute, dass der Teufel die Turmspitze vor Wut umreißen wollte und sie sich somit verdreht hätte.

Der 1781 geborene Schlossermeister Josef Wimmer hatte sich mit 31 Jahren mit der Gemeinde wegen des Turms zerstritten. Er hatte für den aufwändigen Austausch der Glocken eine viel zu geringe Bezahlung erhalten. 3 Jahre später, nämlich 1815 traf trotz Blitzableiter ein Blitz in den Kirchturm und setzte ihn in Brand. Durch seine Höhe von 70 Metern und verschachteltem Gebälk konnten die Flammen regelrecht wüten. Niemand konnte die Turmspitze in dieser Höhe erreichen, um das Feuer zu löschen und somit hatte man Angst, dass der Turm auf das Kirchenschiff stürzte und die gesamte Kirche niederbrennen würde.

Josef Wimmer stieg mit einer Axt und einer Säge in den Kirchturm und hackte die brennenden Balken heraus. Ein Großteil konnte Dank des mutigen Schlossermeisters gerettet und nur die Turmspitze musste erneuert werden. Auch ein neuer Blitzableiter wurde angebracht.

Plötzlich begann sich die Spitze mehr und mehr zu neigen. Und die Leute glaubten, dass sich der Teufel an der Gemeinde rächen wollte, weil sie sich mit Wimmer verkracht hatten. Die Gemeinde war dem Schlossermeister, der einige Brandverletzungen davongetragen hatte, für seine Heldentat sehr dankbar und sammelte einen hohen Geldbetrag für ihn. Tatsächlich konnte Wimmer seinen Beruf nicht mehr ausüben und bekam eine Anstellung bei der Stadt als Markt- und Torwächter. Als er 60 Jahre alt war, eröffnete er eine Badeanstalt. 1860 verstarb er und wird noch heute für seinen Fleiß und seine Heldentat in Ehren gehalten. Auf einer Gedenktafel an der St. Lambertuskirche steht geschrieben: „Dem Retter dieser Kirche Schlossermeister Josef Wimmer zum Gedenken.“ In der Kirche findet man noch heute den bleibetropften Zylinder, den Wimmer während der Rettung des brennenden Kirchenturms trug.

Die Drehung der Kirchturmspitze wird heute aus fachmännischer Sicht damit begründet, dass das verwendete Holz noch zu frisch war und es sich durch die Trocknung verzogen hat.

Der Düsseldorfer Historiker Dr. Ulrich Brzosa hat eine andere Therorie. Er sagt, dass der neue Bleischutz und die Marienkrone des Turms zu schwer waren und die Balkenkonstruktion dem Gewicht nicht standhalten konnte.

Damit sich die Turmspitze nicht noch mehr drehte, hat man 1900 die Unterbaukonstruktion verstärkt.

1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf – Das Bild des Heiligen Martin

 

Das 1922 durch den Bildhauer Pauli geschaffene Steinbild vom heiligen Martin befindet sich über dem Haupteingang der Martinskirche in Düsseldorf Bilk. Hierauf ist zu sehen, wie der heilige Martin als römischer Reitersmann seinen Mantel für einen armen Bettler zerteilt, und dem frierenden Mann übergibt. Wie der Pfarrer bekannt gab, sei das Bild durch Spenden der Gemeinde beschaffen worden.

Eine Sage weiß folgendes zu berichten: Ein reicher Mann der Pfarre Bilk hat das Geld gespendet, um sein Gewissen zu beruhigen. Er hätte nämlich, während des Weltkrieges und der Zwangswirtschaft, sein Vermögen gesetzeswidrig vergrößert. Die Straftat wurde auch zur Anzeige gebracht, doch der Hauptbeschuldigte erkrankte und hatte dann auf dem Sterbebett das Bild als Buße gestiftet.

Wer war St. Martin?

Martin von Tours wurde 316 in einer römischen Provinz, im heutigen Ungarn, als Martinus geboren. In der Heimat seines Vaters, verbrachte er seine Jugend in Oberitalien. Mit 10 Jahren wurde er bei den Katechumenen aufgenommen. Sein Vater wollte, dass er zum Militär ging, obwohl er selbst das nicht wollte. Aber als Sohn eines Offiziers war er zum Militärdienst verpflichtet. Als er 15 Jahre alt war, musste er als Leibwache des Kaisers Konstantin II in Mailand dienen. Später war er bei der Reiterei der Kaiserlichen Garde als Soldat stationiert. Über dem Panzer trugen die Gardisten eine Chlamys. Das war ein weißes Tuch, das man als Überwurf über der linken Schulter trug und an der rechten Schulter mit einer Spange verschlossen hatte. Dieses trugen die Gardisten in Griechenland und später im gesamten römischen Reich als Reit- und Reisemantel.

An einem Wintertag begegnete Martin einem armen, unbekleideten Mann. Somit teilte Martin seinen Mantel und gab dem Bettler eine Hälfte ab.

Als Martin Mitte 30 war wurde er zum Bischof getauft. Wegen seiner guten Tat und der Begegnung im Traum mit Christus verweigerte er den Kampf gegen die Alemannen. Er sagte, er sei nun nicht mehr Soldat des römischen Kaisers, sondern Soldat Christi und bat um Entlassung aus der Armee. Nachdem man ihm vorwarf, er sei feige, bot er an, dem Feinde unbewaffnet gegenüberzutreten. Dazu kam es jedoch nicht, da sich Germanen am folgenden Tag ergeben hatten. Im Alter von 40 Jahren wurde er dann tatsächlich, nach 25 Jahren Dienstzeit aus dem Heer entlassen. 361 errichtete er das erste Kloster des Abendlandes in Ligugé. Als asketischer Mönch verkörperte es das Bild eines Bischofs, Priesters, als Nothelfer und Wundertäter und war schnell in der Touraine bekannt. Er überzeugte die Menschen vom Glauben, baute Klöster und Gotteshäuser. Am 8. November 397 verstarb Martin mit 81 Jahren und wurde am 11. November in Tours beigesetzt.

Am 11. November feiern wir St. Martin und die Episode der Mantelteilung aus dem Jahre 334. Was man jedoch verändert hat ist, dass der Mantel nicht weiß sondern rot ist, den er für den Bettler teilt.

1001 Sagen und  Geschichten aus Düsseldorf – Schneider Wibbel

Am 14. Juli 1913 wurde im Schauspielhaus ein Theaterstück mit dem Titel „Schneider Wibbel“ aufgeführt. Die Geschichte des Schneider Wibbel beruht nach Angaben des Autors auf einer wahren Begebenheit, die sich wie folgt ergeben hat:

Zur Zeit des Königs Friedrich Wilhelm IV. wurde ein Bäckermeister in Berlin nach einer Messerstecherei zu einer mehrwöchigen Haftstrafe verurteilt. Der Bäckermeister überrede seinen Gesellen, dass dieser an seiner Stelle die Gefängnisstrafe antreten solle. Der Geselle ließ sich darauf ein und verstarb im Gefängnis. Ein jeder, auch der König, dachten nun, dass der Bäckermeister tot sei, und somit wurde er von dem König begnadigt.

Der Autor Müller-Schlösser veränderte die Tatsachengeschichte und verlegte den Ort der Handlung nach Düsseldorf und machte den Bäcker zu einem Schneider. Die Geschichte spielte in der Zeit der französischen Besatzung Anfang des 19. Jahrhunderts. Inspiriert hat sich der Autor durch die Figur des Schneiders Kilian aus dem Werk „Das Buch Le Grand“ von Heinrich Heine und einer anderen Geschichte zu Zeiten Napoleon, bei der sich auch der Geselle für seinen Meister verantwortet hat.

Das Theaterstück, aus dem Jahre 1913, ist in Düsseldorf sehr bekannt und wurde tausende Male, auf verschiedenen Bühnen, aufgeführt, acht Mal verfilmt und 6 Hörbücher herausgebracht. 1926 erschien eine Fortsetzung der Geschichte, mit dem Titel „Wibbels Auferstehung“.

Auf der Bolkerstraße Ecke Schneider-Wibbelgasse befindet sich das 1955 erbaute Schneider-Wibbel-Haus. 1957 wurde auch die Gasse nach Schneider-Wibbel ernannt. Am Schneider-Wibbel-Haus ist ein Relief zu finden. Auf diesem ist der Schneider und seine Frau zu sehen, mit den Worten „Wat bin ich ne schöne Leich“.  In der Theaterszene steht das Ehepaar hinter einem Vorhang und schaut dem Laichenzug nach. An den Autor Hans-Müller-Schlösser und an das Schauspielerehepaar erinnern 3 Büsten an der Fassade der Schneider-Wibbel-Hauses. An der Rückseite des Hauses ist eine große Schere abgebildet sowie der Name des Hauses. Außerdem sind an mehreren Säulen Reliefs angebracht, auf denen der Schneider im Schneidersitz zu sehen ist. In der Schneider-Wibbel-Gasse steht gegenüber dem Schneider-Wibbel-Haus eine Bronze-Figur von Schneider Wibbel, der nachgesagt wird, dass sie Glück bringt, wenn man sie berührt. Die eher abgegriffene Statue zeigt an der Hand, den Knien und an der Nase blanke Stellen, da sie schon sehr häufig berührt wurde. Auch an anderen Gebäuden in der Düsseldorfer Altstadt sind weitere Reliefs des Theaterstückes zu finden. An einer Hauswand in der Schneider-Wibbel-Gasse befindet sich die bekannte Spieluhr. Zwei Türen öffnen sich fünfmal am Tag (11, 13, 15, 18, 21 Uhr) und Schneider Wibbel kommt im Schneidersitz mit einer Nadel in der Hand, die als Taktstock dient, heraus. Begleitet wird die Spielszene von einer Melodie. Unter der Spieluhr befindet sich ein Schriftzug „Schneider Wibbel“ und eine überdimensionale Nadel.

 

Aufregung um das verlorengegangene Schild

2010 wurde der Schriftzug „Schneider Wibbel“ unter der Spieluhr in der Schneider-Wibbel-Gasse entfernt.

In den Häusern der Schneider-Wibbel-Gasse befinden sich heutzutage einige Lokalitäten und Restaurants. Nach dem Einzug eines neuen Pächters, eines dieser Lokale, hat dieser den Schriftzug entfernt und durch den Firmennamen seines Lokals ersetzt. Bei dem Schriftzug Schneider Wibbel, handelte es sich ebenfalls um ein Werbeschild einer Gaststätte, die zuvor hier mal ihren Sitz hatte. Dieses Werbeschild hing hier Jahrzehnte und das Abhängen sorgte für Empörung bei der Bevölkerung.

Der Schriftzug wurde an einem Schrottcontainer in Solingen, durch einen Mitarbeiter der Rheinischen Bühne Düsseldorf, wiedergefunden. Nach der großen Aufregung fand das Schild zunächst Verwendung bei der Neuaufführung des Theaterstücks und wurde dann durch den Restaurantbesitzer, der es einst entfernt hatte, wieder an der Hauswand angebracht.

1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf  –  Wie Düsseldorf zur Stadt wurde

Während der Schlacht bei Worringen, sah sich Graf Adolf von Berg das Dörfchen an, in dem seine Leute gerade übernachteten. Groß war es nicht und viel zu sehen, gab es auch nicht. Es bestand aus drei Gassen und man konnte von dem einen bis zum anderen Ende sehen.  Dem Grafen gefielen jedoch die schmucken Häuser, die um die Düssel herum, auf einem Wall errichtet wurden.  Die Idee, das Dörfchen vor Angreifern zu schützen, indem der Fluss dazwischen lag, gefiel dem Grafen. So beschloss er, die errichteten Wälle zu einer Festung zusammenzuschließen. Auf einem Holzbrett hielt er seine Pläne und Gedanken fest. Drei Tore sollten aus der der Stadt herausführen. Eines zum Rhein, eines auf der Straße nach Ratingen und das dritte zu einer Burg, die er ebenfalls plante zu bauen. Seinen Plan wollte er am 14. August 1288 den edlen Herren der Umgebung mitteilen. Der Rechtsgelehrte Meister Nörrenberg stellte seine Räumlichkeiten zur Verfügung und Graf Adolf traf sich mit Ritter Adolf von Vlingern, Ritter Rupold von Pempelfort, den Herren von Eller, Ritter Heinrich von Vorst, Jakob Uphoven und Zobes von Heltorf. Die Idee eine Stadt zu gründen, wurde von Graf Adolf verkündet. Der Rechtsgelehrte schrieb alles nieder und lass zum Schluss die Gründungsurkunde allen Anwesenden vor. Da die Gründungsurkunde sehr umfangreich und ermüdend geschrieben wurde, schlief Ritter Rupold von Pempelfort ein und fiel den anderen Herren durch sein Schnarchen auf. Über das Einnicken des Ritters war Graf Adolf empört und schrie ihn zur Ordnung, doch der ließ sich nicht in seinem Schläfchen stören. Ob es der gute Wein war oder die ausführliche Urkunde, vermag man nicht zu sagen. Jedoch konnte Adolf von Vlingern das Verhalten des Ritters auch nicht billigen und warf ihn, samt der Bank, auf der er saß, mit den Worten:“ Da, trink Wasser, alter Saufbold, bis du Rost ansetzen magst!“  in einen Brunnentrog. Doch auch dadurch wurde Ritter Rupold nicht wach und ertrank. Noch heute erzählen sich die Leute, dass er sich in eine Kröte verwandelt hat und an der Gründungsstätte Düsseldorfs die Bürger erschreckt.

1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf – Das Haus auf der Bech

 

In der schönen Nachbarstadt Hilden befindet sich, auf der Schwanenstraße 17, eines der bemerkenswerten Häuser der Stadt. Es bestand bereits seit Anfang des 16. Jahrhunderts als einer der drei Lehnsmühlen Hildens. Das noch heute hier zu findende Baudenkmal stammt aus dem Jahre 1588. Das ursprünglich mit Holzschindeln verkleidete Fachwerkhaus, mit einem Vorsprung des Obergeschosses, wurde vor einigen Jahren gemäß des aktuellen Brandschutzgesetzes entsprechend angepasst und die Holzschindeln wurden entfernt. An der Straßenseite des Hauses sind zwei aus Holz geschnitzte Köpfe zu sehen. Diese sollen die Köpfe der Erbauer des Hauses gewesen sein – der bärtige Wilhelm Schalbruch mit Krone und seine Hausfrau Barbara, die mit Mütze zu sehen ist. Wilhelm Schalbruch soll im Türkenkrieg ausgezeichnet und geadelt worden sein. Und er sei aus Süddeutschland nach Hilden gezogen. Ein in Stein gehauenes Wappen an der Südseite des Fachwerkhauses soll die Auszeichnung belegen.

Ein Schriftstück aber besagt, dass die Familie Schalbruch auf dem Haanenhof ansässig gewesen sei und das Jan Schalbruch als Schöffe und Dirich im Jahr 1580 als Gemeindevorsteher tätig gewesen seien.

Weiterhin wird erzählt, dass der berühmteste Wundarzt des 17. Jahrhunderts – Wilhelm Fabry– im Hause „auf der Bech“ gewohnt haben soll. Wilhelm Fabry hat sich selbst den Namen Fabricius Hildanus gegeben. Hildanus benannt nach seiner Vaterstadt Hilden, in der er am 25.6.1560 im nebenliegenden Haus „an der Schmitten“ geboren wurde. Demnach ist es nicht ausgeschlossen, dass er als niedergelassener Wundarzt „auf der Bech“ gewohnt haben könnte.

1632 entstanden während des 30-jährigen Krieges Streitigkeiten um die Pfarrkirche. Der Gemeinde wurden das Kirchenvermögen und die Pfarrkirche durch den Herzog Wolfgang Wilhelm entzogen. Damit der Gottesdienst nicht unter freiem Himmel abgehalten werden musste, wurde der Dachboden des Hauses „auf der Bech“ für diese Zwecke genutzt. 1641 wurden die geheimen Gottesdienste verboten und die Tür des Fachwerkhauses mit einem Schloss verriegelt. Während einer Prozession einige Zeit später, wurde dieses Schloss mit einer Axt gesprengt und der Gottesdienst, welcher dann im folgenden Jahr offiziell erlaubt wurde, abgehalten. 1650, nach dem Krieg, gelang die Pfarrkirche wieder in den endgültigen Besitz der Gemeinde.

1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf

Die schönsten Sagen, Fakten und Geschichten Düsseldorfs – Jan Wellem

Los geht es mit 1001 Sagen und Geschichten aus Düsseldorf

Es gibt viele schöne Sagen über Düsseldorf. Eine davon mag wohl die Sage über die Entstehung des Wahrzeichens der Stadt, das Reiterstandbild Jan Wellem sein, welches schon seit mehr als 250 Jahren auf dem Marktplatz thront.

Die Sage lautet wie folgt: Jan Wellem war aufgrund seines Tuns beliebter als jeder andere Landesherr zuvor. So beschlossen die Bürger aus Dankbarkeit, dass er Düsseldorf zur Residenzstadt erhoben hatte und sowohl die Künste als auch den Handel und Wandel föderierte, ihm ein Standbild auf den Markt setzen zu lassen. Dies war aus dem Grund unüblich, da es noch zu Lebzeiten dessen aufgestellt werden sollte. In Auftrag gegeben wurde dieses beim fürstlichen Bildhauer Grupello, welcher durch viele Arbeiten außer Landes einen hohen Ruf besaß. Grupello entwarf ein Standbild, mit welchem die Bürger zufrieden waren, doch als es zum Guss gab fehlte plötzlich Metall. Während des Gusses schauten neugierige Bürger zu, was dazu führte, dass sie den Mangel an Metall mitbekamen. Sie fackelten nicht lange und liefen nach Hause, um alles Mögliche an Metall herbeizuschaffen. Sowohl Kessel und Pfännchen wurden gebracht, aber auch große Mengen an Gold und Silber. Dies führte zur Vollendung des Werkes und dazu, dass das Denkmal heute auf dem Marktplatz steht.

Eine wunderschöne Sage, welche jedoch nicht ganz so stimmt, denn eigentlich waren es gar nicht die Bürger die Grupello beauftragten, sondern Jan Wellem selber. Was stimmt ist jedoch, dass es Probleme bei der Herstellung gab. Anfangs gab es nämlich noch kein Gießhaus, welches groß genug für ein solch massives Standbild gewesen wäre. Dies musste also erst gebaut werden, was ein ganzes Jahr dauerte. Ein nächstes Problem ergab sich. Nach dem Bau des Gießhauses war nicht mehr genug Geld für die große Menge an Gießmaterial vorhanden. Die Beschaffung der finanziellen Mittel dauerte bis zum Jahre 1704. Nun aber fehlte es an erforderlichem Gießpersonal. Einige Jahre vergingen, bis entsprechende Handwerker gefunden wurden. Der erste Guss jedoch misslang dem Gießpersonal, so dass unter Opfer erheblicher Mühen und weiterer finanzieller Mittel der Guss wiederholt werden musste. 1711 dann endlich konnte das Reiterstandbild des Jan Wellem aufgestellt werden. Während des zweiten Weltkrieges lagerte das Denkmal vorübergehend in einem Gerresheimer Stollen ein. Noch heute kann das Wahrzeichen Düsseldorfs auf dem Marktplatz in der Altstadt beschaut werden.

Frank Ewe Immobilienmakler in Düsseldorf

 

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